eltefa Presselunch

Am ersten Messetag der eltefa 2011 fand ein Presselunch statt, an dem Thomas Walter, Bereichsleiter Industrie & Technologie der Messe Stuttgart, Thomas Bürkle, Landesinnungsmeister, Vorstandsvorsitzender des Fachverbands Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg sowie Vorsitzender des eltefa-Messebeirats, und Karlheinz Reitze, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing von Stiebel Eltron, sprachen.
Thomas Walter stellte kurz die Messedaten vor - 454 Aussteller aus 13 Ländern auf rund 40.000 Bruttoquadratmeter Ausstellungsfläche verdeutlichen, dass die Zeichen seit dem Umzug der Messe auf das neue Messegelände auf Wachstum stehen. Anschließend ging er auf das umfangreiche Rahmenprogramm der eltefa ein, das sich vor allem mit dem Zukunftsthema Energieeffizienz befasst. Er wies auf den zum ersten Mal veranstalteten „VDE-Tag der Elektrotechnik“ hin, den die VDE-Bezirksvereine und -Landesvertretungen Baden-Württemberg mit Bayern durchführten. Innerhalb der Initiative „Südschiene der Elektrotechnik“ soll dieser Fachkongress „Strategien für die Märkte der Zukunft“ aufzeigen, da viele Energieeffizienzpotentiale noch gar nicht erschlossen worden sind. Im Fokus dieses Events standen intelligente Stromnetze (Smart Grids), Elektromobilität und Energieeffizienz. Auch den Wachstumsmarkt Sicherheitstechnik erwähnte Walter explizit. Auf dem erstmals veranstalteten Fachkongress „So wird Sicherheit zum Erfolgskonzept“ stellten Fachleute neueste Erkenntnisse aus den Bereichen Kriminalitätsprävention, Einhalten von Datenschutzgesetzen sowie Vernetzung von Sicherheitstechnik über IP vor. Auf dem „3. Stuttgarter Sicherheitstag“ wurde dagegen darüber aufgeklärt, wie man sich vor Wirtschaftsspionage schützen kann. Im Rahmen des Sicherheitstages wurde außerdem der „Sicherheitspreis Baden-Württemberg“ durch die Präsidentin des Landesamts für Verfassungsschutz, Beate Bube, verliehen.
Thomas Bürkle ging seinerseits auf die wirtschaftlichen Eckdaten der baden-württembergischen Elektrotechniker-Handwerke ein, die erfreulicherweise im vergangenen Jahr nach einem schwachen Jahr 2009 einen deutlichen Aufschwung verzeichneten. Der Steigerung der Umsätze stand allerdings eine leicht rückläufige Anzahl der Beschäftigten gegenüber. Auch Bürkle würdigte das umfangreiche eltefa-Rahmenprogramm. Er wies auf den seit 2007 etablierten Architektentag hin, zu dem 2011 noch die Planungsingenieure hinzukamen. Der Architektentag ist jetzt der „Architekten- & Ingenieuretag“ mit einem dem erweiterten Besucherkreis angepassten Programm, bei dem in diesem Jahr die Themen Licht, Energie und Umwelt im Fokus standen. Schwerpunktthema dabei: die Energieeffizienz. Energieeffizienz war neben Elektromobilität auch das Schwerpunktthema der Sonderschau „E-Haus“. Das Thema Energie wurde anhand von Wärmepumpen-Heizung, Solarthermie für Brauchwasser und Heizungsunterstützung, einer Photovoltaikanlage, Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge demonstriert. Auf dem Gebiet der Haus- und Gebäudetechnik wurden Regelung und Steuerung von Licht, Jalousien, Heizung, energieffizienten und KNX-vernetzten Hausgeräten ausgestellt. Bei der Lichttechnik waren energieeffiziente Deckenleuchten, LED-Technik und die Steuerung von Licht- bzw. Raumszenen mittels KNX zu sehen. Zum Thema Elektromobilität standen Elektrofahrzeuge, wie z.B. ein E-Bike, ein Tesla, ein E-Smart und eine Mitsubishi i-MiEV sowie die passende Ladeinfrastruktur zur Verfügung.
Auch Karlheinz Reitze stellte intelligente Energiekonzepte für das Effizienzhaus von heute vor. Zunächst erläuterte er das Energiekonzept der Bundesregierung, in dem Erneuerbare Energien als Eckpfeiler der künftigen Energieversorgung angesehen werden. Die extremen Schwankungen der Erträge bereiten allerdings auch heute schon spürbare Probleme, die noch weiter verstärkt werden, wenn der Strom aus Regionen mit hohen Erträgen, beispielsweise aus der Windkraft im Norden, in die erzeugungsschwachen Gegenden transportiert werden muss. Von den 3.600 km neuen Hochspannungsleitungen, die dazu notwendig sind, sind in Deutschland gerade einmal 90 km bisher genehmigt worden. Ein Ansatz, diesem Problem zu begegnen, ist das moderne Haus - das Effizienzhaus. Die Haustechnik, speziell die Wärmeversorgung von Gebäuden, bietet hier für den Fall eines zeitweisen Überangebots an Strom eine Lösung. Wärmepumpen etwa verbrauchen den Strom, koppeln zusätzliche erneuerbare Energien aus der Umwelt ein und speichern die Erträge als Wärme in Heizungspuffer- und Warmwasserspeichern. Diese Wärme kann dann zeitversetzt wieder zur Verfügung gestellt werden. Mit einer Wärmepumpe kann auch der Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms, z. B. von der PV-Anlage auf dem Dach, signifikant erhöht werden. Karlheinz Reitze betonte zum Schluss: „All diese Konzepte und Lösungsansätze sind ohne die Elektrobranche nicht möglich. Hier eröffnen sich Chancen, die die Branche nutzen muss und auch wird.“



