Aktuelles vom 27.09.10

Energiesparen und Erneuerbare Energien im Blickpunkt des E-Handwerks

Das 10. Unternehmerforum Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg im Haus des SpOrt in Stuttgart

Am 25. September 2010 haben der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg (FV EIT BW) und die Innungen gemeinsam das bereits 10. Unternehmerforum im Haus des SpOrt Stuttgart durchgeführt. Eingeladen waren die Mitglieder des Fachverbands – aber auch alle anderen Interessierten in Begleitung eines Innungsfachkollegen. „Mit mehr als 200 Teilnehmern war der Zuspruch wieder enorm. Hinsichtlich der Gäste war die Veranstaltung aufgrund der hohen Qualität der Vorträge auch eine hervorragende Werbung fürs E-Handwerk“, so Landesinnungsmeister Thomas Bürkle.

In diesem Jahr war die Veranstaltung darüber hinaus zum ersten Mal Bestandteil des vierten Energietags Baden-Württemberg und des bundesweiten Tags der Energie, der unter dem Motto stand „Zukunft erleben“.

Praxisrelevante Informationen auf vielen Themenfeldern

Für die Jubiläumsveranstaltung hatte der Fachverband wieder ein attraktives Programm rund um aktuelle, innovative und wegweisende Themen passend zum Energietag vorbereitet. Es wurden ganztägig vier parallel laufende Foren zu verschiedenen Inhalten angeboten. Die Foren 1 bis 3 waren technisch ausgerichtet. Forum 4 behandelte Themen zur Unternehmensführung. Ein besonderes Augenmerk galt insbesondere dem Themenschwerpunkt Energieeffizienz mit Vorträgen zu effizienter Beleuchtung, effizienten Motoren bzw. Antrieben, Klein- und Windenergieanlagen, „Smart Metering“ und Energiemanagement.

Bevor die Teilnehmer sich in den Foren den Fachvorträgen widmeten, eröffnete Landesinnungsmeister Thomas Bürkle im Atrium des SpOrt mit einer kleinen Begrüßungsansprache die Veranstaltung.

Elektrotechnik

Das Forum 1 wurde von Wolfgang Schmitt, Ressortleiter Elektrotechnik im Vorstand des FV EIV BW, eröffnet und geleitet. Anschließend verfolgten rund 100 Zuhörer gebannt den Vortrag von Burkhard Schulze, dem Bundesbeauftragten für Normenwesen des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), über die aktuellen VDE-Bestimmungen zu Solar-Photovoltaik-Stromversorgungseinrichtungen. Da laut der letzten Konjunkturumfrage des E-Handwerks auf Landesebene rund 50 % der baden-württembergischen Elektrotechnik-Handwerksbetriebe auf diesem Gebiet tätig sind, ist es wichtiger denn je, das die Fachleute auf dem Laufenden sind. Ebenfalls zu VDE-Bestimmungen, aber zu Anforderungen an Sicherheits- und Notbeleuchtung, sprach Roland Wächter vom Sitec Sachverständigenbüro Wächter.

Bernd Tremel von der Firma Barthelme LED Solutions stellte innovative LED Beleuchtungssysteme seiner Firma vor. Neben den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten nicht zuletzt auch durch die große zu realisierende Farbpalette, ging er vor allem auch auf die Energieeffizienz von LED-Systemen ein. Er betonte, dass der Wirkungsgrad von LED-Beleuchtungen oftmals besser, mindestens aber genauso gut wie der von Energiesparlampen ist.

Jörg Schmidtke, Herbert Brunner und Gregor Wille von der Initiative des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) „Pro Smart Metering“ präsentierten ihre herstellerunabhängige Initiative, die es sich zum Ziel gemacht hat, Potenziale zum Energie- und Kostensparen darzustellen. Sie gingen auf die notwendigen Schritte hinsichtlich Normung im europäischen Kontext ein und erläuterte die Diskrepanz zwischen politischer Zielsetzung und Marktentwicklung. Sie unterstrichen ferner die Bedeutung des Elektrohandwerks als Wegbereiter für „Intelligentes Wohnen“. Sie gaben den Zuhörern viele Impulse, damit diese ihre Kunden hinsichtlich Energieeffizienz bzw. Einsparpotential bei Energieanwendungen optimal beraten können.

Im letzen Vortrag dieses Forums referierte Paul Kühn vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik  über Wirtschaftlichkeit und Betrieb von Klein-Windenergieanlagen. Das Potential dieses grünen, dezentral erzeugten Stroms ist in Deutschland begrenzt – es ist nur an sehr guten Wind-Standorten wirtschaftlich. Aber global haben in Entwicklungsländern und entlegenen Regionen über zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität, denen mit kleinen Windenergieanlagen geholfen werden kann.


Informationstechnik

Forum 2 wurde von Johann Peter Pfeifer, dem Ressortleiter Informationstechnik im Vorstand des FV EIV BW, eröffnet und begleitet. In diesem Forum spielte die Digitalisierung des Hör- und Fernsehfunks im Südwesten eine große Rolle, aber auch die Heimvernetzung „Smart Home“. Durch die Festlegung eines Abschalttermins für analoge SAT-Ausstrahlungen wird die IT-SAT-Kampagne des Fachverbands nochmals aktuell und deshalb verstärkt beworben.

Johannes Philipp vom SÜDWESTRUNDFUNK stellte die Digitalisierung des Rundfunks im Südwesten vor hinsichtlich Qualität und Komfort für den Endkunden. Die Digitalisierung des Kabelnetzes war Thema von Christoph Stumpp und Klaus Wolf von Kabel-BW. Über das zukunftssichere Hausnetz kann ferngesehen, telefoniert oder im Internet gesurft werden. Schnelles Internet ist dabei unbedingt als Standortfaktor anzusehen, denn ohne Breitbandanschluss sind Arbeitsplätze gefährdet. Der Fachverband bereitet daher in Zusammenarbeit mit der Kabel BW eine weitere Kampagne zur Digitalisierung im Kabelnetz (DVB-C) vor.

Michael Böck, der Geschäftsführer der tci GmbH, stellte Lösungen zu „Smart Home“ oder dem „Intelligenten Wohnen“ vor. Diese bieten im privaten Wohnbereich Komfort, Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Sicherheit. Er betonte aber auch, dass sich Technik dem Menschen anpassen muss, um Akzeptanz zu erreichen. Wenn die Bedienung einfach ist und dauerhaft Freude bereitet, bietet die Hausautomation sinnvolle und komfortable Möglichkeiten für den Nutzer.

Andreas Herber von der Siemens AG sprach über Intelligent verknüpfte Sicherheitstechnik. Er stellte Gefahrenmeldeanlagen und Zutritts-Kontroll-Systeme anhand vieler Beispiele vor.

Elektromaschinenbau

Das Forum 3 befasste sich nach der Eröffnung durch Franz Koller, dem Ressortleiter Elektromaschinenbau im Vorstand des FV EIT BW, mit neuen Produkten, die für den Fachbereich von Interesse sein könnten, aber auch mit dem Zusammenspiel von Handwerks- und Energierecht.

Zunächst stellte Dietmar Findeisen von der Morgan-Rekofa GmbH Kohlebürsten für Elektromotoren seiner Firma vor. Er ging auch auf Fehlerquellen bei deren Anwendung und ihre Behebung ein. Andreas Smolenski und Patrik Kottas von der EagleBurgmann Germany GmbH & Co KG erläuterten die Funktionsweise einer Gleitringdichtung sowie deren Montagegrundregeln.

Holger Clausing vom Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik sprach über elektromagnetische Störungen in elektrischen Anlagen. Er wies auf die Regeln für die Planung und Errichtung elektrischer Anlagen nach DIN VDE 0100-100 hin und erinnerte an Maßnahmen zur Verminderung der Störaussendung und Erhöhung der Störfestigkeit einer Anlagen.

Steffen Häusler, Technischer Berater im Fachverband EIT BW und Mitglied im Prüfungsausschuss des Landesinstallateurausschusses, legte dar, was Errichter und Betreiber elektrischer Anlagen alles beachten müssen. Er ging auf die Handwerksordnung und das Energierecht mit der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) und ihre Auswirkungen auf die Elektro-Handwerke ein, ebenso auf die Technischen Regeln Elektroinstallation (TREI) und die TREI-Sachkundeprüfungen.

Unternehmensführung

Das nicht technikaffine Forum 4, wurde von Günter Gebauer, Ressortleiter Wirtschaftspolitik im Vorstand des FV EIT BW, eröffnet und geleitet.

Zwei Vorträge befassten sich mit Unternehmensführung bzw. Personalentwicklung. Eva Kerrutt von der Agentur Nägele & Partner GmbH, Salem, einer Gesellschaft für Unternehmensberatung und Personalentwicklung, gab wichtige Praxistipps für erfolgreiche Mitarbeiterführung. Sie wies auf die Bedeutung der Vertrauenskultur im Unternehmen für die Personalführung hin. Ihr großes Spektrum an Informationen und Hilfestellungen wurde von den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dankend aufgenommen, die wertvolle Impulse für das eigene Handwerksunternehmen mit nachhause nahmen. Susanne Delfs von der Müller + Partner GmbH, einer Gesellschaft für Personal- und Organisationsentwicklung, Ulm, gab Informationen, wie man in Krisenzeiten mit dem „Resilienz-Faktor“ die eigene Widerstandskraft stärken kann. Sie ging darauf ein, dass Veränderungen und Krisen zum privaten und beruflichen Alltag gehören und jeden das ganze Leben begleiten werden. In ihrem Vortrag animierte sie die Zuhörer zur Selbsteinschätzung und entwickelte daraus Strategien zur Krisenbewältigung. Nicht zuletzt die aktive Beteiligung der Teilnehmer trug zum Erfolg des Forums bei.

Hermann Enke von der Coface Finanz GmbH diskutierte mit den Teilnehmern das Thema Factoring und zeigte die Vorteile des Konzepts auf.

Kommunikation und Information

Im großzügigen Atrium des attraktiven Veranstaltungsortes bestand zwischen den einzelnen Vorträgen die Möglichkeit zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit anderen Veranstaltungsteilnehmern. Auch die Berater der Verbandsgeschäftsstelle standen mit Rat und Tat zur Verfügung. Zusätzlich präsent waren eine ganze Reihe von Partnern aus der Industrie bzw. Versicherungswirtschaft, mit denen die elektrohandwerkliche Organisation zum Teil Rahmenverträge mit Kostenvorteilen für Innungsfachbetriebe abgeschlossen hat. Auch sie haben Fragen der Anwesenden beantwortet.

Als zusätzliches Highlight nutzten zahlreiche Teilnehmer die Chance, praktische Erfahrungen mit der Elektromobilität zu sammeln: auf Seqways, die die Süwag AG zur Verfügung gestellt hat, wurden Probefahrten vorgenommen.

Impressionen vom Unternehmerforum sind am Dienstag, dem 28. September 2010, im Bericht des Fernsehsenders REGIO TV Stuttgart zu sehen.

Die nächste Veranstaltung ist vom Fachverband für den 8. Oktober 2011 ebenfalls im Haus des SpOrt in Stuttgart geplant.

Der Fachverband

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg ist die Dachorganisation der 38 Elektro- bzw. Informationstechniker-Innungen im Land und vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband die Interessen von rund 10.000 Handwerksunternehmen der Elektrotechnik, der Informationstechnik und des Elektromaschinenbaus.

Die knapp 50.000 Beschäftigten der Branche erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund 5 Mrd. Euro.

Knapp 4.400 junge Menschen werden derzeit in einem der attrak-tiven Ausbildungsberufe im Bereich Elektroniker/-in mit den Fach-richtungen „Energie- und Gebäudetechnik“, „Automatisierungstechnik“ und „Informations- und Telekommunikationstechnik“, im Bereich Systemelektroniker/-in, im Bereich Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik sowie im Bereich Informationselektroniker/-in mit den Schwerpunkten „Geräte- und Systemtechnik“ bzw. „Bürosystemtechnik“ zum Facharbeiter ausgebildet.


Ansprechpartner: Andreas Bek, Hauptgeschäftsführer
E-Mail:    andreas.bek@fv-eit-bw.de
Tel.:        07 11 / 95 59 06 66


Stuttgart, 27.09.2010 / B-ps

FACHVERBAND
ELEKTRO- UND INFORMATIONSTECHNIK
BADEN-WÜRTTEMBERG

 

 

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