Aktuelles vom 12.10.10

Informationstagung für die Geschäftsführungen der Mitgliedsinnungen

Blick ins Plenum der GF-Info-Tagung

Am 28. und 29. September 2010 fand in Stuttgart für die Geschäftsführungen der Mitgliedsinnungen die jährliche Informationsveranstaltung statt, die auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg durchgeführt wurde.






Wirtschaftliche Lage

Zu Beginn des Tagungsblocks E-Handwerk ging Hauptgeschäftsführer Andreas Bek auf die wirtschaftliche Lage der Branche ein, die erfreulicherweise im Frühjahr 2010 einen leichten Aufwärtstrend aufweist. Bei einem Blick auf die Anzahl der Auszubildenden im E-Handwerk ist allerdings festzustellen, dass diese auf einem gleichbleibenden Niveau im Vergleich zum Vorjahr verharrt (Stand 30.09.2009).

Berufsorganisation

Im zweiten Teil des Vortrags von Herrn Bek standen berufsorganisatorische Themen auf der Tagesordnung. Hinsichtlich der Mitgliederentwicklung ist festzustellen, dass der Abwärtstrend deutlich schwächer ausfällt, als in den letzten Jahren. Mit -1,5 % Mitgliedsbetrieben fiel der Rückgang so gering aus wie zuletzt Mitte der 90er Jahre. Während die Elektrotechniker- und die Elektromaschinenbauer-Innungen ein leichtes Plus bei Handwerksrollen-Eintragungen hatten, verloren die Informationstechniker-Betriebe. Insgesamt sind erneut rund 10 000 Unternehmen in die Handwerksrolle eingetragen. Betrachtet man die rund 2 700 Mitgliedsbetriebe in den Innungen auf der einen und die in Handwerksrollen eingetragenen Betriebe auf der anderen Seite, könnte eine oberflächliche Betrachtung dazu führen, einen Organisationsgrad von rund 27 % zu vermuten. Betrachtet man jedoch die in den Innungen gebündelte Wirtschaftskraft, so liegt man bei ca. 80 %. Bei den Ausbildungsplätzen liegen die organisierten E-Handwerke bei nahezu 100 %. Hinsichtlich der Beschäftigungszahlen ist der Prozentsatz irgendwo dazwischen. Der Grund liegt u.a. in der landesweit sehr hohen Quote der Nebenerwerbsunternehmen, die kaum nennenswert am Markt in Erscheinung treten.

Andreas Bek erläuterte das Kommunikationskonzept des Fachverbands (FV) gegenüber seinen Mitgliedsinnungen, damit jeder die für ihn relevanten Informationen in dem zu ihm passenden Format erhält. So wird monatlich ein Newsletter via Email verteilt (jeweils zum 30. des Monats), eine CHEF-Info per Fax (jeweils zum 10. des Monats) und die Mitgliederzeitschrift „elektro-inform“ (jeweils zum 20. des Monats). Über das Online-Portal der E-Handwerke (www.stromundmehr.de) können zudem Innungsfachbetriebe exklusiv im passwortgeschützten Mitgliederservice weitere Informationen erhalten. Es gab auch einen kurzen Ausblick auf die eltefa 2011, der 16. Fachmesse für Elektrotechnik und Elektronik, die vom 23. bis 25. März 2011 in der Messe Stuttgart stattfindet. Besonderes Augenmerk galt der Sonderschau „E-Haus “, das schon auf der IFA 2010 zu sehen war.

Desweiteren ging Herr Bek auf das Marktverhalten der Energieversorger ein, das bereits in der Vergangenheit Anlass zu Kritik gab. Immer wieder treten EnBW, aber auch Stadtwerke als Mitbewerber bspw. im Bereich der Straßenbeleuchtung oder bei Photovoltaik-Anlagen auf. Er forderte alle Innungsvertreter zum Einen auf die Gemeinderatsmitglieder vor Ort entsprechend zu sensibilisieren und zum Zweiten den Landesverband über diesbezügliche Probleme zu informieren.

Bei den Themen Energieeffizienz und Energiesparen ging es um die Schnittstellen des Fachverbands mit der Klimaschutz- und Energieagentur BW GmbH (KEA). Der FV arbeitet aktiv mit der KEA zusammen, um in den zuständigen Gremien das Bewusstsein zu schärfen, dass zum Energiesparen auch E-Handwerksunternehmen beitragen können und nicht nur Gewerke, die sich mit der Gebäudehülle bzw. Wärmedämmung und Heizungstechnik befassen. Denn ohne intelligente Steuerung läuft beim Energiesparen gar nichts!

Zum Schluss dieses Tagesordnungspunktes erläuterte Geschäftsführer Andreas Hausch noch die Kostenvorteile, die die Verbandsorganisation exklusiv für Innungsfachbetriebe festmachen konnte, die ein typischer elektrohandwerklicher Betrieb betriebsindividuell kaum erzielen kann. Bündelungseffekte bzw. Rabatte stehen z.B. zur Verfügung in den Bereichen Telekommunikation – Festnetz oder Mobilfunk, KFZ-Hersteller und Reifenlieferanten, Kraftstoffe, Schmierstoffe etc., im Bereich Versicherungen für Vertragserfüllungs- und  Gewährleistungsbürgschaften und im Bereich EDV-Anbieter. Von den Teilnehmern kam der Hinweis, dass eine Aufbereitung der Vorteile mit Zahlen für die Zuhörer eingängiger wäre.

Öffentlichkeitsarbeit / Marketing

Unter diesem Tagesordnungspunkt stellte Herr Bek zunächst die überarbeitete Internetseite des Fachverbands vor, sowie den Status Quo der Innungshomepages. Ein zusätzliches Angebot für E-Markenbetriebe ist der Webseiten-Konfigurator, mit dem nach dem Baukasten-Prinzip eigene Internetauftritte im Corporate Design der E-Marke erstellt werden können. Diese kostengünstige Möglichkeit für E-Markenbetriebe, kann auch ohne Programmierkenntnisse genutzt werden. Trotzdem kam die Anregung aus dem Auditorium, wieder eine Schulung zur Pflege der Internetseiten anzubieten.

Zum Thema Einführung der E-Marke gab es einen Sachstandsbericht: alle 38 Innungen BWs sind E-Markeninnungen, die Quote an E-Markenbetrieben in BW liegt über der auf Bundesebene (22,30 % zu 21,24 %). Kritisch bemerkte Herr Bek aber auch, dass einige Obermeister leider selbst noch keinen Markenvertrag unterzeichnet haben.

Die Aktionstage 2010, die unter dem Motto standen „Deutschland wird … sicherer, … effizienter“, waren ebenfalls Thema des Vortrags von Herrn Bek. Hinsichtlich Kundenmanagement wurden die neuen E-CHECK Materialien, Flyer und Argumentations-Leitfäden vorgestellt einschließlich Hinweisen zu deren Bezugsmöglichkeiten. Auch auf das IT-SAT-Konzept des Fachverbands wurde hingewiesen.

Ein weiteres „heißes“ Thema war die Nachwuchswerbung. Sie soll zweigleisig erfolgen – einmal über Aktionen in den Medien und zum Anderen über das neu entwickelte Schulmarketing-Konzept. Im Herbst 2010 startet eine erneute Hörfunk-Kampagne im Radio mit rund 500 Spots in verschiedenen Sendern, die speziell auf Leute ab 14 Jahren zugeschnitten ist. Es werden auch Print-Medien zur Nachwuchswerbung bereitgestellt, in denen die Kerninhalte der Berufsbilder bzw. Karrieremöglichkeiten vorgestellt werden. Die Ordner zum Schulmarketing sollen Ende September fertig sein und zur Verfügung stehen. Herr Bek wies darauf hin, dass der Kontakt auf Innungsebene zu den Schulen wichtig ist. So sollten die Schulmarketing-Ordner persönlich an die örtlichen Schulen durch Innungsvertreter weitergegeben werden. Nicht zu vergessen bei der Nachwuchsgewinnung ist natürlich auch das Online-Angebot auf der Homepage des Fachverbandes – Innungsfachbetriebe können dort kostenlos freie Ausbildungsplätze und Jobangebote platzieren. Inserierende Mitgliedsbetriebe sind von potentiellen Interessenten mithilfe eines Online-Tools leicht auffindbar bzw. zu kontaktieren.

Abschließend ging Herr Bek noch auf die neuen Voraussetzungen für die Plakettennutzung beim E-CHECK ein. Das E-CHECK-Schulungskonzept für BW wurde überarbeitet und befindet sich seit 1. Juli 2010 in der Umsetzung. E-CHECK-Materialien werden nur noch bei Nachweis einer geschulten, befähigten Person im Unternehmen bereitgestellt. Über das Schulungskonzept wurde intensiv diskutiert. Weiteres auch im später folgenden Vortrag des Technischen Beraters Steffen Häusler.

Tarif, Recht, Unternehmensführung

Geschäftsführer Andreas Hausch erörterte unter dem nächsten Tagesordnungspunkt die aktuelle Tarifsituation in den baden-württembergischen Elektrohandwerken. Der Tarifabschluss für ET- und EMA-Handwerk am 12.10.2009 war maßgeblich geprägt durch Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Für das IT-Handwerk wurden die Vergütungssätze in den Tarifempfehlungen des Fachverbands zum 1. April 2010 angepasst. Alle Tarifvertragstexte sind im Internet unter www.fv-eit-bw.de abrufbar.

Der Tarifvertrag über ein Mindestentgelt in den Elektrohandwerken wird zum 31.12.2010 enden. Vor dem Hintergrund der Beendigung der Übergangszeit für die Einschränkung der Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten im April 2011 wird der Abschluss eines Anschlusstarifvertrags wichtig. Aktuell wird über die Allgemeinverbindlichkeitserklärung des neuen Tarifvertrags über ein Mindestentgelt entschieden.

Der demografische Wandel ist insbesondere für die elektro- und informationstechnischen Handwerke BW ein übergeordnetes Thema. Es gilt dabei zwischen internen und externen Auswirkungen zu unterscheiden - extern verändern sich Kundenbedürfnisse (Technik und Kundenansprache); intern gilt es den Fachkräftemangel zu meistern. Hinsichtlich Nachwuchssicherung gilt es auch die Ausbildungsvergütung im Blick zu behalten. Herr Hausch gab einen Überblick über die Vergütungssätze in anderen Branchen. Die Ausbildungsvergütung im Elektrohandwerk liegt deutlich hinter der der kaufmännischen Berufe, aber auch der in der Industrie.

Bei den aktuellen Themen zu Recht und Gesetzgebung ging es um aktuelle Regelungen aus dem Bau- und Arbeitsrecht, die für die Branche relevant sind, ferner um die Änderungen der neuen Landesbauordnung. Außerdem wies Herr Hausch noch auf aufgetretene Abgrenzungsprobleme zwischen Baugewerbe und Elektrohandwerke im Bereich Kabelleitungstiefbau hin und die damit im Zusammenhang stehenden Aktivitäten der SOKA-Bau.

Aus aktuellem Anlass wies Herr Hausch auch nochmals darauf hin, dass bei der Gestaltung von Homepages im Internet oder anderen Veröffentlichungen unbedingt die Urheberrechte von fremden Bild- und Tonmaterial zu beachten sind. Auf der sicheren Seite sind hier E-Markenbetriebe, die Bildmaterial aus dem Marketing-Pool der ArGe Medien verwenden Die Bilder sind im Internet unter www.zveh.de/arge-medien/marketingpool.html zu finden.

Ab 2013 soll die grundlegende Reform der Rundfunkfinanzierung umgesetzt werden. Vorteil für die E-Handwerker wird dann sein, dass Gebühren für Antennenmessgeräte entfallen. Nachteil ist, dass einige Betriebe in Abhängigkeit von ihrer Betriebsgröße nach aktuellem Stand mit einer Gebührenerhöhung rechnen müssen, weil sich das vorgesehene Betriebsstättenmodell nach der Anzahl der Beschäftigten richtet.

Abschließend ging Herr Hausch noch auf die Expertenkreise (EK) ein. Als erster startet der „EK Heimvernetzung“ mit einem Schnuppertag am 20.10.2010. Es folgt eine Auftaktveranstaltung für Jungunternehmer mit einem Schnuppertag am 12.11.2010. Weitere Expertenkreise sind in Vorbereitung.

Technik, Bildung

Der abschließende Themenblock begann mit der Vorstellung der neuen gemeinsamen Schulungseinrichtung von Fachverband Elektro- und Informationstechnik BW und Elektro-Technologie-Zentrum Stuttgart (etz), dem E-Campus BW, durch Herrn Bek. Der E-Campus BW ist eine GbR mit den Gesellschaftern Fachverband und etz Stuttgart. Die gemeinsamen Schulungsaktivitäten erfolgen ab dem 01. Oktober 2010. Damit wird flächendeckend ein qualitativ hochwertiges, landesweit standardisiertes Fort- und Weiterbildungsangebot in der Elektro- und Informationstechnik landesweit sicher gestellt. Die Fachbetriebe profitieren dabei vom gesamten Kursangebot eines Schulungsprofis, dem etz, das zudem über die Förderung des Landes BW und dem europäischem Sozialfond mit einer Fachkursförderung (30 bis 50 % Nachlass auf die Teilnehmergebühr) ausgestattet ist. Allen Schulungsteilnehmern sollen neben den vergünstigten Teilnehmergebühren aber  auch kurze Wege geboten werden. Daher ist es Ziel sofern Schulungsinhalte bzw. Infrastruktur es zulassen, Schulungen vor Ort durchzuführen. Schulungsangebote und Termine sind unter www.e-campus-bw.de zu finden.

Anschließend nahmen sich die technischen Berater des Fachverbandes zahlreicher aktueller technischer Themen an.

Chemikalienklimaschutz-Verordnung und E-CHECK

Herr Häusler referierte zunächst über die Umsetzung der Chemikalienklimaschutz-Verordnung bei den E-Handwerken BW. Die Umsetzung ist seit 2008 notwendig und das Umweltministerium prüft auch die Zertifizierungen.

Zweites Thema seines Vortrags war das E-CHECK-Schulungskonzept. Aufgrund der bundesweit, aber auch regional unterschiedlichen Qualifizierungskonzepte für E-CHECK-Fachbetriebe, sollen diese nun bundeseinheitlich gestaltet werden, um auch nach außen ein möglichst einheitliches Niveau darzustellen. Das E-CHECK-Schulungskonzept für BW wurde überarbeitet und wird seit 1. Juli 2010 umgesetzt. Danach ist der Einstieg in die Aktion E-CHECK nur noch über das zweitägige Grundseminar möglich. Bestehende E-CHECK-Fachbetriebe müssen bis spätestens 30. Juni 2012 eine geschulte, befähigte Person im Unternehmen nachweisen. Die hierfür notwendigen Auffrischungsschulungen werden seit September 2010 angeboten. Bei künftigen Bestellungen von E-CHECK-Materialien wie z.B. E-CHECK-Plaketten, -Flyern, -Plakaten etc. ist jeweils nachzuweisen, dass die befähigte Person noch im Unternehmen beschäftigt ist. Ansonsten können keine E-CHECK-Materialien mehr bestellt und ausgeliefert werden. E-CHECK-Betriebe sollten deshalb vorausschauend Angebote für Auffrischungsschulungen wahrnehmen.

Expertenkreis Heimvernetzung

Abschließend ging Herr Häusler noch auf den neuen Expertenkreis „Heimvernetzung“ ein, der beim Fachverband durch Ressortleiter Pfeifer und Herrn Häusler betreut wird. Wie schon erwähnt wird am 20. Oktober 2010 in Stuttgart ein Schnuppertag stattfinden. Der EK ist exklusiv für Innungsfachbetriebe gedacht, die sich auf die Heimelektronik, deren Vernetzung und die Systemintegration spezialisiert haben. Es sollen losgelöst von lokalen Wettbewerbsaspekten relevante Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, aktuelle und künftige Entwicklungen des Marktes erfahren und bewertet werden.

Elektromobilität

Frau Schulze berichtete kurz von der Landesinitiative Elektromobilität, die gegründet wurde um die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte wie Hybrid- und Elektrofahrzeuge in BW voranzutreiben. Damit soll der Elektromotor Jobmotor in BW werden. Um Innungsmitgliedern Schritte in die e-mobile Zukunft zu ermöglichen hat der Fachverband folgende Aktivitäten entwickelt: Service- und Vertriebspartnerschaft mit der EnBW. zu den 500 E-Bikes, die im Rahmen der Modellregion Stuttgart auf ihre Alltagstauglichkeit getestet werden; Mitarbeit bei verschiedenen Gremien als Interessenvertreter der E-Handwerke (e-mobil GmbH, Brennstoffzellen- und Batterieallianz BW, WBZU); Partner des Showroom Elektromobilität in Stuttgart. Darüber hinaus ist noch Landesinnungsmeister Thomas Bürkle als einziger Vertreter des Handwerks in den Beirat der e-mobil GmbH berufen worden und in Personalunion auch Bundesbeauftragter für Elektromobilität im ZVEH. Der Fachverband sieht das Aufgabengebiet der Elektrohandwerke nicht in der Fahrzeugtechnik von Personen- und Lastkraftwagen, sondern vor allem beim Auf- und Ausbau der Infrastruktur der Netze bzw. bei Klein- und Spezialanwendungen wie z.B. Elektrozweiräder und behindertengerechte Fortbewegungsmittel.

Energiepolitik und Rahmenbedingungen

Herr Melzer gab zunächst einen Überblick über das Energiekonzept BW 2020 und die Eckpunkte der Landesenergiepolitik. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien wird das Ziel verfolgt, dass bis 2020 alle Handwerker, Planer und Architekten erneuerbare Energien als selbstverständliches Element ihrer Tätigkeit ansehen und einsetzen. Die Gesetze zur dezentralen Energietechnik erläuterte er hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die E-Handwerke. Ein kurzer Film des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie demonstrierte plastisch wie die Entwicklungen zum IKT-basierten Energiesystem der Zukunft aussehen werden. Damit ergeben sich einige Herausforderungen für das E- Handwerk, die vor allem darin bestehen eine fachübergreifende, projektorientierte Organisation zu finden. Das beinhaltet durchgängige Qualitätssicherung, aber auch hohe Anforderungen an Weiterbildung. Der Fachverband unterstützt zusammen mit dem Wirtschaftsministerium BW die Fachunternehmen bei Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Informationsveranstaltungen und Qualtätsoffensiven im Bereich der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz mit der „Qualifizierungskampagne Erneuerbare Energien“.

Energieeffizienzsteigerung

Herr Bay informierte die Teilnehmer in seinem Vortrag über Entwicklungen bei der europäischen ErP-Richtlinie (Energy related Products). Mit der Neufassung dieser Ökodesign-Richtlinie soll der produktbezogene Umweltschutz gestärkt werden und damit ein Beitrag zum Erreichen der europäischen Klimaschutzziele geleistet werden. Da Design und Konstruktion eines Produkts dessen Umweltwirkung maßgeblich beeinflussen, soll durch die Ökodesign-Richtlinie die Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit energiebetriebener Produkte verbessert werden. Für die nationale Umsetzung der ErP-Richtlinie liegt ein erster Entwurf des Energieverbrauchsrelevante Produkte - Gesetzes (EVPG) vor. Die bekannteste von den schon in Kraft getretenen Durchführungsmaßnahmen dürfte das sogenannte Glühlampenverbot sein. Es gibt aber noch eine ganze Reihe weiterer wie z.B. Standby-Betrieb (durch den Verzicht auf überflüssige Stand-by-Schaltungen können 10% des Haushaltsstroms eingespart werden), Fernsehgeräte, externe Netzteile, Entladungslampen für Straßen- und Bürobeleuchtung, u.a. . Herr Bay verwies darauf, dass in allen Anwendungsbereichen bis zu 50 % des gegenwärtigen Stromverbrauchs ohne Produktivitäts- und Komfortverluste verzichtbar sind. Das Potenzial an Stromeffizienz wurde bisher nicht ansatzweise ausgeschöpft. Dabei ist Stromeffizienz besonders wirksam - Jede eingesparte Einheit Strom führt beim gegenwärtigen Kraftwerksmix zu drei eingesparten Einheiten Primärenergie.

Werkrealschule

Im Zweiten Teil seines Vortrags ging Herr Bay auf die neue Werkrealschule in BW ein, die zum Schuljahr 2010/2011 an 520 Standorten gestartet ist. Das Handwerk hat mit diesem Schultyp die Chance über spielerische, handwerklich-technische Erfahrungsmöglichkeiten oder gemeinsam konzipierte Unterrichtseinheiten z.B. in Betrieben oder Bildungszentren Nachwuchswerbung in eigener Sache zu betreiben. Dazu gehört natürlich eine feste Verankerung des Handwerks in der Schule, was über nachhaltige Kooperationen zwischen Schulen und Handwerksbetrieben oder Bildungszentren in vielfältiger Form erfolgen kann.

Zum Schluss gab Herr Bay noch einen kurzen Rückblick auf das am Wochenende zuvor stattgefundene 10. Unternehmerforum.

Resümee

Alle Teilnehmer erhielten eine Tagungsmappe mit umfangreichen Unterlagen, einschließlich der Vortragsmanuskripte. Abgerundet wurde die Veranstaltung, die tags zuvor mit dem SHK-Tagungsblock begonnen hatte, mit einer gemeinsamen Abendveranstaltung auf dem Cannstatter Volksfest. Ausnahmslos alle Teilnehmer lobten die hohe Qualität der Veranstaltung und planen diese Informationstagung für die Geschäftsführungen auch im kommenden Jahr wieder zu besuchen.


Kontakt:
Petra Schulze, FV EIT BW
Technische Beraterin

 

 

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