Aktuelles vom 09.05.11
Konjunkturumfrage Frühjahr 2011 – anhaltend stabile Konjunktur
Hinweise auf zunehmende Verschärfung des Fachkräftemangels
Die Elektrohandwerksbetriebe in Baden-Württemberg bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage unverändert positiv. Mehr als die Hälfte der Betriebe beurteilt die Geschäftslage mit „gut“, 42 % der Betriebe nehmen die aktuelle Geschäftslage als „befriedigend“ wahr. Damit setzt sich das konjunkturelle Hoch aus dem Herbst des Vorjahres im Elektrohandwerk Baden-Württemberg nahtlos fort. Dies ist die zentrale Aussage der Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg.
Getragen wird die stabile Konjunktur von der Nachfrage nach elektrohandwerklichen Leistungen sowohl von der gewerblichen Wirtschaft als auch von privaten Auftraggebern. Rund ein Viertel der befragten Betriebe melden ein steigendes Auftragsvolumen sowohl aus dem privaten als auch aus dem gewerblichen Bereich. Aus den Bereichen der öffentlichen Auftraggeber erreichen allerdings die Branche mittlerweile weniger Impulse.
Weiterhin positiv verläuft die Umsatzentwicklung im Handwerksbereich in den Elektrohandwerken Baden-Württemberg. Waren es im Frühjahr 2010 bereits knapp ¼ der Betriebe, die auf eine positive Umsatzentwicklung blicken konnten, so sind es im Frühjahr 2011 fast 30 %. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die positive Entwicklung bei den Umsatzzahlen nicht auf die Ertragslage übertragen werden kann. Die Betriebe der E-Handwerke bewegen sich überwiegend in äußerst wettbewerbsintensiven Geschäftsfeldern, was sich entsprechend auf die Ertragslage auswirkt.
In dieses Bild passt die Entwicklung bei den Einkaufspreisen. Ca. 80 % der Betriebe vermelden gestiegene Einkaufspreise. Jedoch nur 25 % der Betriebe verweist auf einen Anstieg ihrer Angebots-/Verkaufspreise. Daraus lässt sich schließen, dass es den Betrieben häufig nicht gelingt, die gestiegenen Einkaufspreise am Markt durchzusetzen.
Für den Handelsbereich gilt unverändert eine rückläufige Entwicklung - 1/3 der Betriebe klagt über Umsatzeinbußen.
Auch aus den Prognosen für 2011 ergibt sich ein optimistisches Bild für die Betriebe. 75 % Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus und 15 % erwarten sogar eine verbesserte Geschäftslage.
Ein besonderer Blick wurde bei der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der E-Handwerke auf die Fachkräftesituation in Baden-Württemberg geworfen. Knapp jeder dritte Betrieb bietet aktuelle offene Stellen für Fachkräfte an und fast die Hälfte aller Betriebe hatten in den vergangenen 12 Monaten offene Stellen zu besetzen. 9 von 10 Betrieben bezeichneten das Besetzen dieser Positionen als schwierig oder sehr schwierig. 4 von 10 Betrieben konnten die Stellen nicht besetzen, was den bestehenden Fachkräftemangel in der Branche eindeutig dokumentiert. Dieses Ergebnis steht auch in Einklang mit den Auswertungen des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg für das Jahr 2010. Trotz guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen musste die Branche einen Rückgang von rund 1 % bei den Beschäftigtenzahlen verzeichnen. Daraus lässt sich schließen, dass die Fachbetriebe aktuell den bestehenden Fachkräftebedarf nicht durch Personaleinstellungen ausgleichen können.
Vor dem Hintergrund, dass auch die Entwicklung bei den Ausbildungszahlen sukzessive rückläufig ist, muss von einer Verschärfung des Fachkräftemangels gesprochen werden. Der Fachverband sieht im Zusammenhang mit den bekannten demografischen Vorzeichen und der bestehenden Wettbewerbssituation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt die Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung als eines der zentralen Themen in den nächsten Jahren.
Der Fachverband
Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg ist die Dachorganisation der 38 Elektro- bzw. Informationstechniker-Innungen im Land und vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband die Interessen von rund 10.000 Handwerksunternehmen der Elektrotechnik, der Informationstechnik und des Elektromaschinenbaus.
Die knapp 50.000 Beschäftigten der Branche erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund 5 Mrd. Euro.
Knapp 4.400 junge Menschen werden derzeit in einem der attrak-tiven Ausbildungsberufe im Bereich Elektroniker/-in mit den Fach-richtungen „Energie- und Gebäudetechnik“, „Automatisierungstechnik“ und „Informations- und Telekommunikationstechnik“, im Bereich Systemelektroniker/-in, im Bereich Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik sowie im Bereich Informationselektroniker/-in mit den Schwerpunkten „Geräte- und Systemtechnik“ bzw. „Bürosystemtechnik“ zum Facharbeiter ausgebildet.
» Ansprechpartner
Andreas Hausch, Geschäftsführer
E-Mail: andreas.hausch(at)fv-eit-bw.de
Tel.: 07 11 / 95 59 06 66
Stuttgart, 09.05.2011 / AH-ps
FACHVERBAND
ELEKTRO- UND INFORMATIONSTECHNIK
BADEN-WÜRTTEMBERG
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