Aktuelles vom 08.12.15

Kritik an Deregulierungsplänen der EU

Der Meistervorbehalt und das zugrundeliegende duale Ausbildungssystem sind unverzichtbare Voraussetzungen für kompetenten Fachkräftenachwuchs.
Bild: ArGe Medien im ZVEH

Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) wendet sich in einer aktuellen Studie gegen die Pläne der EU-Kommission zur Deregulierung des Handwerks. Hauptkritikpunkt: Die EU legt ungenaue Maßstäbe an.

Das ifh moniert insbesondere, dass die Deregulierungsvorschläge der EU-Kommission zur Abschaffung des Meistervorbehalts mit wissenschaftlichen Studien aus den USA und Großbritannien begründet werden. Die dortigen Märkte seien jedoch mit den europäischen Gegebenheiten nicht vergleichbar. Nach Ansicht der Göttinger Volkswirtschaftler hätte sich die Kommission besser auf bereits vorliegende Forschungen zur Deregulierung durch die Novelle der Handwerksordnung 2004 stützen sollen. Denn daran werde deutlich, dass die damalige Reform erhebliche negative Effekte bei all den Gewerken ausgelöst hat, die seitdem keinem Meistervorbehalt mehr unterliegen: Sowohl die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe als auch deren Überlebensfähigkeit habe deutlich abgenommen. Ein Beschäftigungswachstum sei in den betroffenen Gewerken ebenfalls nicht festzustellen.

Der ZVEH unterstützt die Position des ifh. In zahlreichen Diskussionen auf EU-Ebene hat der Verband in den vergangenen Monaten erörtert, dass der Meistervorbehalt und das zugrundeliegende duale Ausbildungssystem unverzichtbare Voraussetzungen für kompetenten Fachkräftenachwuchs sind. Ein weiteres Argument war, dass qualifizierte Fachkräfte gerade bei gefahrgeneigten Tätigkeiten wie im Elektrohandwerk einen wesentlichen Beitrag zur Prävention leisten. Außerdem sind im Gegensatz zu einigen anderen Ländern in Deutschland durch die hohe Qualifikation der Meister behördliche Inspektionen und im Kernbereich des Elektrotechnikerhandwerks privatwirtschaftliche Zertifizierungen unnötig, was letztlich zu weniger Bürokratie und Kostenersparnis führt.

Damit ist es dem ZVEH im Zusammenspiel mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem ZDH gelungen, den Meistervorbehalt für die elektro- und informationstechnischen Handwerke zu sichern. Doch auch wenn die Deregulierungspläne nun für den Moment ad acta gelegt sind, fachen die Kritiker des Systems in der EU immer wieder die Debatten an. „Es ist leider davon auszugehen, dass uns die Diskussionen um den Meistervorbehalt auch in Zukunft beschäftigen werden“, sagt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. Jede Untersuchung, die wie die vorliegende Studie des ifh die Vorteile des aktuellen Modells betont, sei daher hilfreich.

» Details zur Studie

Kontakt:
Andreas Bek
FV EIT BW
Hauptgeschäftsführer

 

 

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