Aktuelles vom 22.09.10
„Train the trainer“
38. Weiterbildungsseminar für Ausbilder an den überbetrieblichen Ausbildungsstätten für die Elektro- und Informationstechnischen Handwerke in Baden-Württemberg – heute wichtiger denn je!
Vom 13. September bis 17. September 2010 fand in Kleinaspach das alljährliche Weiterbildungsseminar für Ausbilder statt, das in altbewährter Weise vom Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg (FV EIT BW) veranstaltet wurde. Rund 25 Teilnehmer informierten sich über neue Richtlinien und Normen, die die E-Handwerker betreffen.
Hintergrund dieses Seminars ist es, das anspruchsvolle Niveau der Ausbildung im Elektrohandwerk zu sichern. Durch den demographischen Wandel wird es für die Handwerksbetriebe immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden. Diese jungen Menschen sollen neben der guten Betreuung in ihrem Ausbildungsbetrieb auch bei der überbetrieblichen Ausbildung stets aktuelles Wissen zu Normen und Regelungen und den Stand der Technik vermittelt bekommen. Nicht zu unterschätzen ist auch der nützliche Nebeneffekt, das die Azubis ihr Wissen in die Mitgliedsbetriebe des Fachverbands tragen und damit den Kenntnisstand der E-Handwerker auf dem Laufenden halten.
Energiesparende Techniken
Am ersten Tag referierte Steffen Häusler vom FV EIT BW über Europäische Richtlinien mit Bezug auf das Elektrohandwerk. Er stellte die wesentlichen Eckpunkte und Durchführungsmaßnahmen der Ökodesign-Richtlinie für energiebetriebene Produkte und ihre Anwendungsbereiche vor:
» Die Entwicklung von konkreten Umweltstandards
» Spezielle Maßnahmen gegen stand-by-Verluste
» Freiwillige Vereinbarungen
Ebenso zeigte er die Aktivitäten und Angebote der Landesinitiative zur Verbesserung der Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen auf, bezüglich
» Energie sparender Beleuchtung,
» Energie sparende Antriebe,
» Energie sparender Wärmeerzeugung,
» Energie sparender Raumlufttechnik und
» Energiekonzept und Energiemanagement.
Ausgehend von der Ökodesign-Richtlinie stellte am Nachmittag des ersten Tages Ralf Drössler von der Firma Siemens Promotion Drives energiesparende Elektromotoren vor. 70 Prozent des industriellen Energieverbrauchs werden durch elektrische Antriebe verursacht. Energieeffizienz lässt sich hier erreichen durch Komponenten mit hohem Wirkungsgrad und bedarfsgerechte Dimensionierung. Anhand von Praxisbeispielen gab er Hinweise zur Auswahl und Anwendung energiesparender Elektromotoren. Auch auf die Rechtsfolgen bei Verstößen gegen die Ökodesign-Richtlinie ging er ein.
Es werde Licht …
Am zweiten Tag ging es um die Auswirkungen der Ökodesign-Richtlinie auf innovative Beleuchtungstechniken. Herr Markus Rastetter von der Firma OSRAM stellte neue, energieeffiziente Leuchtmittel und Beleuchtungslösungen vor. Herr Martin Leyer, ebenfalls von OSRAM, beleuchtete auch anhand anschaulicher Beispiele das Thema, was nach der Glühlampe kommt, und wie sich das Subsystem Licht in das Gebäudemanagement integrieren lässt.
… mit Sicherheit
Am Mittwoch, dem dritten Tag der Weiterbildungswoche, sprach zunächst Herr Ralf Kienle von der Branddirektion Stuttgart über baulichen Brandschutz, der wichtiger denn je ist. Veranschaulicht wurden brandschutztechnische Anforderungen anhand einer Begehung und Analyse des Brandschutzes am Veranstaltungsort. Außerdem informierte Herr Kienle noch über aktuelle Änderungen durch die Landesbauordnung und die LBO-Ausführungsverordnung 2010. Im zweiten Vortrag des Tages ging Herr Burkhard Schulze, der Bundesbeauftragter für das Normenwesen im ZVEH, auf die VDE-Bestimmungen 2010 ein. Unter anderem erklärte er die Bestimmungen für Eigenerzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz, das Errichten von PV-Anlagen nach DIN VDE 0100-712 und für vorübergehend errichtete Anlagen (Baustellen, Schaustellerbuden). Außerdem stellte er noch die neuen Bezugsmöglichkeiten der für die E-Handwerker relevanten VDE-Normen vor, sei es herkömmlich in Papierform, als DVD oder via Internet.
Stromerzeugung und Wärme
Themen des vierten Tags der Weiterbildungswoche waren dezentrale Energietechnik, Wärmepumpen, Photovoltaik, Solarthermie und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK). Erster Referent war Herr Horst Melzer vom FV EIT BW. Seine Themen bezogen sich auf die Neuigkeiten 2010 bei der dezentralen Energietechnik, wie die Novellierung EEG- und KWK-Gesetz und die Messzugangsverordnung. Zum zweiten Thema, den Wärmepumpen, sprach Herr Oliver Nick von der Firma. O. Nick Wärmepumpen & Elektrotechnik. Er gab eine Übersicht über Technologien, Einsatzbedingungen und Auswirkung der Peripherie auf die Wirtschaftlichkeit und zeigte damit Chancen und Grenzen dieser Technik auf. Gesetzliche und normative Grundlagen bezüglich Photovoltaik und Solarthermie stellte Herr Rolf Gühring von der Gühring-Solar GmbH vor. Er berichtete über technologische Entwicklungen, Erfahrungen und Fehlerquellen im Betrieb von PV-Anlagen, Einbindung von PV-Anlagen in Blitzschutzsysteme und auch über die Regelungen zum Eigenverbrauch des erzeugten Stroms. Ausführlich ging er auch auf die Dokumentationspflicht bei der Errichtung von PV-Anlagen ein. Schließlich referierte noch Herr Mark Lehnertz von der enerquinn Energiesystemtechnik GmbH über Anwendungsgebiete und Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen. Sein Vortrag endete mit der Bemerkung: „Bei jeder Stromerzeugung entstehen ca. 60 Prozent Wärmeenergien. Diese Wärmeenergien nicht zu nutzen, ist der Inbegriff der Unvernunft!“
Energiemanagement und -monitoring
Am letzten Tag der Weiterbildungswoche erläuterte Herr Thomas Schedl von Schedl & Lütcherath ausgehend von der Energiemanagement-Norm EN 16001 die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Energiemanagementsystemen. Er betonte, dass aus seiner Erfahrung bei Energieberatungen immer Strom der größte zu optimierende Kostenfaktor ist und wies auf den wachsenden Bedarf an solchen Beratungen hin, die die E-Handwerker nicht anderen Gewerken überlassen sollten. Aufbauend auf diesen Vortrag ging danach Herr Torsten Fritsch von der Berg Energiekontrollsysteme GmbH auf die drei Säulen des Energiemanagements ein - effizienter Energieeinsatz, effizienter Energieeinkauf und effiziente Energiekostenreduzierung. Er stellte technische Lösungen für Energiemonitoring auch in kleinen Unternehmen vor. Zum Abschluss demonstrierte Herr Gerd Lendzian von der TESET - int. GmbH individuell gestaltbare Lehr- und Trainingsmodule seiner Firma.
Fazit
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass sie viele Informationen und nützliche Anregungen sowie Praxistipps für ihre tägliche Arbeit gewonnen haben. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Erfahrungsaustausch mit Fachkollegen. Die Veranstaltungsteilnehmer freuen sich auf die nächste Veranstaltung im Jahr 2011.
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