Aktuelles vom 18.12.15

Zum Jahresende stirbt die Mittelwelle

Die meisten Hörer werden es verschmerzen können: Am 31.12.2015 um 23:55 Uhr schaltet der Deutschlandfunk seine letzten sieben Mittelwellen-Sender ab. Viele werden sich aber gern an die Nächte mit der pfeifenden Mittelwelle erinnern.

Zu Silvester verschwindet ein Jahr nach den Langwellen ein weiterer analoger Übertragungsweg aus der deutschen Rundfunklandschaft. Mit der Mittelwelle begann 1923 das Rundfunkzeitalter in Deutschland. Rund 91 Jahre später werden jetzt diese letzten sieben Mittelwellen-Sender von Deutschlandfunk am 31.12.2015 um 23:55 Uhr abgeschaltet:

 

SenderFrequenz (kHz)Sendeleistung (kW)
Braunschweig756200
Heusweiler1422400
Neumünster1269300
Nordkirchen549100
Ravensburg756100
Thurnau549100

Technische Basis und Grundstein des Erfolgs des frühen Radios war die Amplitudenmodulation (AM), die sie sich mit einfachen Mitteln auch wieder demodulieren lässt, was in den Anfangsjahren des Rundfunks entscheidend war. Die Empfangsreichweite beträgt bei Mittelwelle im Normalfall 100 bis 300 km um den Sendemast, die sich aber einsetzender Dunkelheit auf Grund der guten Reflexionseigenschaften der Mittelwellen an der Ionosphäre auf bis zu 2.000 km erhöhen kann (Multi-Hop).

Die Übertragung von Radioprogrammen über Mittelwelle ist technisch inzwischen längst überholt und aufgrund der hohen Strom- und Wartungskosten für die Sender- und Antennenanlagen auch verhältnismäßig teuer. So kostete Deutschlandfunk die Verbreitung auf Langwelle und Mittelwelle im Jahr rund 12 Millionen Euro, wobei ein Großteil für Stromkosten verbraucht wird. Das eingesparte Geld soll jetzt in den Ausbau des Sendernetzes für das Digitalradio DAB+ fließen. Deutschlandradio und die öffentlich-rechtlichen Sender folgen damit einer Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs. Diese hat den Landesrundfunkanstalten den Finanzbedarf für den Aufbau des Digitalradios genehmigt und dafür das Ende der Mittelwelle gefordert.

Die Abschaltung der Mittelwelle zum Jahresende wird für viele Liebhaber analoger Radiotechnik ein denkwürdiges Ereignis sein, denn das typische Knistern, Rauschen, Pfeifen und auch Lautstärkeschwankungen gehören für Radiopuristen bei dieser Verbreitungstechnik mit dazu. Jetzt ist UKW der letzte verbleibende analoge Verbreitungsweg von Radio, dessen Tage aber auch schon durch den fortschreitenden Ausbau von DAB+ und dem Trend zu Streaming über Internet bzw. Mobilfunk gezählt sind. Der Übergang in das digitale Zeitalter des Hörfunks ist nun unwiderruflich auf den Weg gebracht.

Kontakt:
Petra Schulze
FV EIT BW
Technische Beraterin

 

 

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