Medien vom 27.11.08
Fachverband fordert: Rauchmelderpflicht auch für LBO in Baden-Württemberg
Jeden Monat verunglücken in Deutschland 50 Menschen tödlich durch Brände, die meisten davon in den eigenen vier Wänden. Die Mehrheit stirbt an einer Rauchvergiftung. Zwei Drittel aller Brandopfer werden nachts im Schlaf überrascht. Die jährlichen Folgen in Deutschland: 600 Brandtote, 6.000 Brandverletzte mit Langzeitschäden und über eine Mrd. Euro Brandschäden im Privatbereich. In zwischenzeitlich sechs Bundesländern ist daher die Installation von Rauchmeldern bereits gesetzlich vorgeschrieben. Zuletzt hat – neben den bestehenden Regelungen in Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein – im Februar 2008 auch Thüringen eine Änderung der Landesbauordnung (LBO) in Kraft gesetzt.
Im Hinblick auf die aktuell anstehende Modifizierung der Landesbauordnung Baden-Württemberg fordert der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg die Landesregierung dazu auf, von ihrer bisherigen Haltung abzurücken und eine Rauchmelderpflicht in der Vorschrift
zu verankern.
Leider noch immer keine Rauchmelderpflicht in Baden-Württemberg!
Die Regierungskoalition im „Ländle“ setzt vielmehr auf Eigenverantwortung der Bürger, was der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg insbesondere vor dem Hintergrund der verheerenden Brandkatastrophe mit einigen Opfern in Ludwigshafen in keinster Weise nachvollziehen kann. Der Fachverband spricht sich im Sinne des Verbraucherschutzes mit Nachdruck dafür aus, hochwertige Heimrauchmelder unbedingt mit VdS-Zulassung, die zudem in jedem Falle miteinander z. B. per Funksignal vernetzt sein sollten, z. B. durch den qualifizierten Elektrofachbetrieb, installieren zu lassen. Auch wenn dann ein Brand, wie Anfang Februar in Ludwigshafen, im Keller ausbricht, werden bei entsprechender Vernetzung gleich alle vernetzten Heimrauchmelder aktiv, alarmieren auf diese Weise rechtzeitig alle Bewohner des Gebäudes und schützen so das Leben der Menschen.
Rauchmelder werden durch Fachbetriebe installiert und sind regelmäßig auf ihre Funktion hin zu kontrollieren, so Landesinnungsmeister Gerhard Zöllin, Vorsitzender des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg. „Alle Mieter und Immobilieneigentümer gleichermaßen sollten sich von ihrer Feuerwehr vor Ort bzw. einem qualifizierten Fachbetrieb der Elektroinnung eingehend beraten lassen.“
Rechtzeitige Überprüfungen mindern das Risiko –
im Fall der Fälle hilft der Rauchmelder!
Am Freitag, den 13.6.2008 war Rauchmeldertag: An diesem bundesweiten Aktionstag der Feuerwehren, der Schornsteinfeger und der Aufklärungskampagne „Rauchmelder retten Leben“, die auch vom Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg vollinhaltlich unterstützt wird, war die Bevölkerung aufgerufen, sich eingehend beraten zu lassen. Leider war die Resonanz überschaubar. „Offensichtlich sind sich viele Privatkunden des erheblichen Risikos überhaupt nicht bewusst: In der Sachversicherer-Statistik rangieren die elektrischen Anlagen und Geräte auf den obersten Rängen der Schadensursachen, denn auch die Elektroanlage altert. So können sich z. B Klemmstellen im Laufe der Jahre lockern. Die Folge davon sind erhöhte Übergangswiderstände, an denen sich so hohe Temperaturen entwickeln können, so dass Brände entstehen, so der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes, Andreas Bek. Regelmäßige Überprüfungen wie z. B. der „E-CHECK“ durch den qualifizierten Elektrofachbetrieb können solche möglichen Brandquellen rechtzeitig identifizieren und das Risiko entscheidend verringern. „Kommt es gleichwohl zu einem Brand, der auch ganz andere Ursachen haben kann, wie z. B. überhitzte Elektrogeräte oder auch zündelnde Kinder, können qualitätsgeprüfte Rauchmelder Schlimmeres verhindern. Denn“, so Bek weiter, „wer kann schon alle Gefahren stets im Auge behalten?“
Der Fachverband
Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg ist die Dachorganisation der 38 Elektro- bzw. Informationstechniker-Innungen im Land und vertritt die Interessen von rund 10.000 Handwerksunternehmen der Elektrotechnik, der Informationstechnik und
des Elektromaschinenbaus.
Die knapp 50.000 Beschäftigten der Branche erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund
5 Mrd. Euro.
Mehr als 4.200 junge Menschen werden derzeit in einem der attraktiven Ausbildungsberufe im Bereich Elektroniker/in mit den Fachrichtungen „Energie- und Gebäudetechnik“, „Automatisierungstechnik“ und „Informations- und Telekommunikationstechnik“, im Bereich Systemelektroniker/in, im Bereich Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik sowie im Bereich Informationselektronik mit den Schwerpunkten „Geräte- und Systemtechnik“ bzw. „Bürosystemtechnik“ zum Facharbeiter ausgebildet.
Ansprechpartner Andreas Bek
E-Mail: andreas.bek@fv-eit-bw.de
Tel. 07 11 / 95 59 06 66
Stuttgart, 27.11.2008 / B-sk
FACHVERBAND
ELEKTRO- UND INFORMATIONSTECHNIK
BADEN-WÜRTTEMBERG
