23. Unternehmerforum

Effizienz im Fokus - Erfolgreiches Unternehmerforum

Das 23. Unternehmerforum des Fachverbands fand am 30. November 2019 unter dem Motto „Effizienz im Fokus“ in Stuttgart statt – Mehr als 300 Teilnehmer aus dem baden-württembergischen Elektrohandwerk trafen sich am ersten Adventswochenende, um sich über aktuelle Themen der Branche zu informieren und sich mit Kollegen auszutauschen.

Unternehmerforum –Plattform für Weiterbildung und Austausch
„Über 300 Teilnehmer aus dem baden-württembergischen Elektrohandwerk kamen zu unserem 23. Unternehmerforum – so viele Fachkräfte aus dem E-Handwerk hatten wir hier bisher noch nie“, fasst Thomas Bürkle, Präsident des Fachverbands, das Unternehmerforum zusammen. „Hier können sie sich an einem gesamten Tag in 20 Vorträgen über aktuelle Themen der Branche weiterbilden, sich an Infoständen der Fachverbandspartner von aktuellen Technologien selbst ein Bild machen und sich gleichzeitig noch mit Herstellern und Kollegen austauschen.“ In fünf parallel laufenden Foren referierten auf dem 23. Unternehmerforum Experten zu Themen aus den Fachbereichen Elektrotechnik, Informationstechnik, Elektromaschinenbau und aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Darüber hinaus gab es praxisrelevante Informationen aus der Unternehmensführung, Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit. „In unserer innovativen Branche ist es für die Betriebe notwendig, sich immer wieder auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Damit erlangen die Betriebe Vorteile, die sie für ihre betriebliche Zukunft nutzen können,“ erklärt Thomas Bürkle.

Presse live vor Ort
Im Rahmen des Unternehmerforums wurde Präsident Thomas Bürkle schon vorab vom TV-Sender RegioTV im Magazin „M3 – Menschen, Märkte, Meinungen“ über das Elektrohandwerk, den Fachverband und das Unternehmerforum interviewt. Den Beitrag können Sie hier anschauen.

Forum 1 - Schwerpunkt: Elektrotechnik

Im Forum Elektrotechnik befassten sich die Fachreferenten unter anderem mit aktuellen Themen aus dem Fachverbandsressort Elektrotechnik, effizienter Messtechnik, der Anwendung der TAR Niederspannung und E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur. Neben den positiven Branchenkennzahlen beleuchtete Wolfgang Schmitt das Thema Novellierung der Elektroniker-Ausbildungsberufe in seinem Einstiegsvortrag. Er stellte den mehr als 140 Zuhörern die Hintergründe und Zielrichtungen der Novelle vor und bat bereits jetzt um Rückmeldungen aus den Regionen, wie die Interessenlage bei den neuen Ausbildungsberufen ist. Nachfolgend ging er auf aktuelle Normenänderungen ein und verwies dabei auf die Folgevorträge.

Effizient und rechtssicher Messen
Jörg Arthun, Firma HT Instruments GmbH ging der provokant gestellten Frage „Messen Sie noch oder dokumentieren Sie schon?“ nach. In seinem Praxisvortrag erläuterte er das effiziente und rechtssichere Messen an elektrischen Anlagen vor. Anhand der Prüfnorm DIN VDE 0100-600 zeigte er exemplarisch, dass inzwischen zwar mehr Messungen durchzuführen sind, diese dank digitaler Dokumentation aber trotzdem schneller vonstattengehen können. Durch den Einsatz digitaler Hilfsmittel – zum Vorteil für die Unternehmen.

Anwendung der TAR Niederspannung
Seit April ist die VDE-Anwendungsregel AR-N 4100, bekannt als TAR Niederspannung, bei Neubauvorhaben in der Umsetzung. Was E-Handwerker und E-Handwerkerinnen bei bestehenden Elektroanlagen beachten sollten, haben Wolfgang Schmitt und Steffen Häusler vom Fachverband anschaulich dargestellt. Sie zeigten anhand konkreter Änderungs- und Anpassungsbedarfe auf, mit welchen Argumenten dies dem Kunden (im Sinne Anlagenbetreiber) vermittelt werden kann. Hilfestellungen soll es neben dem Normentext, den technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber (TAB) und FNN-Kommentaren auch eine Handlungsempfehlung geben, die beim Landesinstallateurausschuss erarbeitet wird.

E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur – mehr als nur ein Stecker
Ein Dauerbrennerthema der letzten Unternehmerforen ist die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. Michael Heinemann von der PHOENIX CONTACT E-Mobility GmbH und David Stolz von der urban ENERGY GmbH gingen auf die Marktentwicklung bei der E-Mobilität und bei den Ladeninfrastrukturen ein. Ein Schwerpunkt bei den E-Handwerksunternehmen bildet oft die Integration von Ladeinfrastrukturen in bestehende Gebäude. Hier zeigten beide beispielhaft, wie ein intelligentes Last- und Lademanagement für gesteuertes Laden und die Eigenstrom-Optimierung genutzt werden kann.

Forum 2 - Schwerpunkt: Informationstechnik

Im Rahmen seiner Begrüßung informierte Ressortleiter Jochen Baumgärtner über die Themenschwerpunkte der Referate im Forum. In der Folge skizzierte er die aktuellen Konjunkturdaten und verwies auf die neuen Ausbildungsvergütungssätze im Ausbildungsberuf Informationselektroniker/-in. Des Weiteren gab er einen Sachstandsbericht über die anstehende Novellierung der Ausbildungsberufe.

Intelligente und cybersichere IoT-Videotechnologie
Orkun Zor von Mobotix AG referierte in seinem Vortrag „Erfolgsmodell Made in Germany: Intelligente und cybersichere IoT-Videotechnologie – viel mehr als nur eine Frage der Sicherheit“ über unter anderem datenschutzrechtliche Aspekte, Cyber Security und Videoanalyse aus der Praxis.

Der Weg zu 5G
Daniel Betz von Vodafone GmbH stellte verschiedene Geschäftskundenlösungen bei Vodafone zum Thema 5G-Technik vor. Dabei ging er auf verschiedene Features und neue Anwendungen sowie Businesspotentiale mit 5G ein.

Teilnehmergesteuertes SAT-Einkabelsystem
Klaus Müller von Jultec GmbH gab in seinem Vortrag „Teilnehmergesteuertes SAT-Einkabelsystem nach Stand der Technik vor allem eine Übersicht über die Standards, vorhandene Hardware und berichtete aus zahlreichen Praxisbeispielen.

Forum 3 - Schwerpunkt: Elektromaschinenbau

Franz Koller begrüßte rund 40 Zuhörer zu seinem Eröffnungsvortrag im Forum 3 zum Thema Elektromaschinenbau. In seinem Veranstaltungsbericht zu den Bundesgremien ging der Vorsitzende des Landesfachbereichs Elektromaschinenbau insbesondere auf die dort diskutierte Sicherheit sowie die elektrische Ausrüstung von Maschinen ein. Zudem prägten die Berufsausbildung im Landesfachbereich Elektromaschinenbau sowie die neu zu definierende Ausbildungsverordnung bei den Elektronikern für Maschinen- und Antriebstechnik die Ansprache an seine Kollegenbetriebe. Allgemeine Verbandsthemen wie der neue Tarifabschluss und die aktuelle Wirtschaftsumfrage rundeten den Vortrag des Ressortleiters Elektromaschinenbau ab.

Alter Bekannter mit neuer Visitenkarte
Mit Rainer Stierle hielt ein alter Bekannter den ersten Gastvortrag im Forum 3, wobei der frühere Pumpenspezialist beruflich unter neuer Flagge segelte. Für seinen neuen Arbeitgeber Pramac GmbH (mit Firmensitz im nahegelegenen Fellbach) präsentierte Stierle das Thema „Es war einmal: AD-Blue und Abgasnachbehandlung bei Notstromaggregaten und Netzersatzanlagen“. Mit anschaulichen Bildern verdeutlichte der Referent die Funktionsweise von gasbetriebenen Motoren und ging dabei auch auf das Zusammenspiel verschiedener Energieträger sowie die Netzkopplung ein. Zur weiteren Veranschaulichung einer Gasturbine plant der Landesfachbereich im ersten Quartal des Jahres eine Exkursion nach Ludwigsburg. Neben Stierle wird ein dort ansässiges Handelsunternehmen in die Vorführung für interessierte Elektromaschinenbau-Betriebe einbezogen.

Arbeitssicherheit: Prüfen von elektrischen Maschinen
Falk Florschütz verdeutlichte in seinem Vortrag, wie eine sichere Prüfung von elektrischen Maschinen erfolgen kann. Im Zusammenhang mit dem Errichten und Betrieben von Prüfanlagen ging es unter anderem um die Gefahrenquellenvermeidung, Isolationswiderstandsmessungen und Schutzvorrichtungen. Anhand verschiedener Bildaufnahmen verdeutlichte der Technische Aufsichtsbeamte der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse (BG ETEM) bildhaft die Unterschiede zwischen geeigneten und weniger geeigneten Prüfaufbauten. Auch Prüfplatz-Geräte ohne zwangsläufigen Berührungsschutz sowie verschiedene Messausrüstungen stellte Florschütz anschaulich vor.

Wago-Steuerung in der Berufsausbildung
Ein vor geraumer Zeit gefällter Beschluss des Landesfachbereichs Elektromaschinenbau zur einheitlichen Verwendung der Wago-Steuerung in den Schul- und Bildungszentren des Landes war der Anlass für Alexander Diehls Vortrag. Der etz-Ausbilder stellte bildhaft einen Schaltschrank vor, der für alle überbetrieblichen EMA-Kurse sowie die Prüfungsteile 1 und 2 ohne Umbau verwendet werden kann. Neben einem Ethernet Controller ist der Wago-Knoten zentraler Bestandteil des Schaltschranks. Diehl gelang es, dessen Aufbau und weitreichenden Einsatzfelder verständlich zu beschreiben. Ob es auch gelang, die ausbildenden EMA-Betriebe in die für manche neue Wago-Welt mitzunehmen, wird die Zukunft weisen.

Forum 4 - Schwerpunkt: Strategische Unternehmensentwicklung

Armin Jöchle, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und gab einen Einblick in die Referatsthemen des Forums. In der Folge informierte er über Maßnahmen des Verbands im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit auf Landes- und Bundesebene und stellte die Vorteile für Mitgliedsbetriebe für den Einsatz in der Praxis heraus. Geschäftsführer Andreas Hausch gab einen Überblick über die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturumfrage und informierte sowohl über den neuen Tarifabschluss als auch über branchenrelevante rechtliche Änderungen.

Fachgerechte Entsorgung im E-Handwerk
Entsorgungsthemen rücken in den Betrieben der E-Handwerke zunehmend in den Fokus. Jörg Werstat, Lightcycle GmbH, gab zunächst einen Überblick über relevante abfallrechtliche Rahmenbedingungen. Insbesondere ging der dabei auf das Kreislaufwirtschaftsgesetz, die Abfallbeauftragtenverordnung und das ElektroG ein. Auf dieser Basis informierte er über die fachgerechte Entsorgung von Elektroaltgeräten im Allgemeinen und Leuchten, Lampen im speziellen.

Berufsausbildung gestalten
Eine Vielzahl von Tipps für die erfolgreiche Gestaltung von Berufsausbildungsverhältnissen gab es für die Teilnehmer im Vortrag von Prof. Doebber. Er machte zunächst deutlich, dass der Wettbewerb um Nachwuchskräfte ein Umdenken erforderlich macht und sich der Ausbildungsbetrieb aktuell und in der Zukunft in seinem Profil als attraktiver Ausbildungsbetrieb wahrnehmbar zu positionieren hat. Hierfür gilt es jedoch die Erwartungen und Einstellungen der Bewerber zu kennen und die betrieblichen Rahmenbedingungen entsprechend darauf auszurichten zu können.

Tipps für eine erfolgreiche Betriebsübergabe
Die Übergabe eines Betriebes ist eine komplexe Aufgabe. Klaus Kopp verwies dabei auf rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Faktoren, die es zu beachten gilt. In der Folge wurden die einzelnen Schritte der Betriebsübergabe sowohl aus Perspektive des Betriebsübergebers als auch des -übernehmers dargestellt und diskutiert. Günter Gebauer, Obermeister Elektro-Innung Bodenseekreis, brachte dabei seine aktuell persönlich gewonnenen Erfahrungswerte ein. Informationen über Methoden der Kaufpreisermittlung im Rahmen einer Betriebsübergabe rundeten den Vortrag ab.

Forum 5 - Schwerpunkt: Erneuerbare Energien / Energieeffizienz

Schwerpunktthemen des Forums zu Erneuerbaren Energien / Energieeffizienz waren unter anderem aktuelle Entwicklungen rund um die Energiewende. Ressortleiter Alfred Veith ging zunächst auf Aktuelles vom Fachverband sowie aus dem Ressort Erneuerbare Energien und Energieeffizienz ein. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Maßnahmen aus dem Klimaschutzpaket des Bundes und denen des zweiten Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes (IEKK) Baden-Württemberg. Die aktuellen politischen Aktionen führen eher zu einer Verunsicherung und Investitionszurückhaltung. Die Energiewende gerät sichtlich ins Stocken.

Brennstoffzellen-Heizsysteme von und mit dem E-Handwerk
Wie intelligente Energiesysteme für den Nutzer Unabhängigkeit schaffen und bilanziell geringe Emissionen ermöglichen, zeigte Joachim Kaiser von der Viessmann PV + E-Systeme GmbH anhand eines Brennstoffzellen-Heizsystems. Er stellte neben der Funktionsweise und den Einsatzgebieten insbesondere auch die Kosten und die Amortisation einer Brennstoffzellenheizung vor. Er warb bei den E-Handwerksunternehmen für eine Umsetzung ohne Scheuklappen und steht in seiner Funktion bei Viessmann explizit als Ansprechpartner für die E-Handwerksunternehmen zur Verfügung.

Energie- und Ressourceneffizienz
Bei den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist Energieeffizienz jetzt aktuell, aber insbesondere auch zukünftig, ein maßgeblicher Kostenfaktor in den Unternehmen. Welche Energieeffizienzmaßnahmen in kleinen und mittleren Unternehmen einfach und nachhaltig umgesetzt werden können, stellte Jürgen Meyer von der Umwelttechnik BW für die Kompetenzstelle Energieeffizienz Region Stuttgart (KEFF Stuttgart) vor. Zusätzlich ging er auf die verschiedenen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten rund um die Ressourceneffizienz ein. Dies betrifft bei den Kunden des E-Handwerks primär die Ressource Strom und dessen Verwendung in den verschiedensten Unternehmensbereichen.

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