21.06.2016

Startklar für innovative und aktuelle Themen

Bei der Versammlung der Elektro-Innung Konstanz am 1. Juni in Steißlingen ging es um neue Geschäftsfelder, Ansatzpunkte zur Fachkräftesicherung und aktuelle rechtliche Themen.

Bild: FV EIT BW

Die gut aufgestellte Elektro-Innung Konstanz und der Landesverband schätzen die Auftragslage als überwiegend positiv ein. 99 Prozent der Betriebe in Baden-Württemberg bewerten ihre wirtschaftliche Situation als ‚gut‘ oder ‚befriedigend‘ und liegen damit über dem Bundesdurchschnitt von 95 Prozent. Neben der Steigerung im privaten Auftragsbereich, sahen Obermeister Benno Schrödl wie auch der FV-Geschäftsführer Andreas Hausch Auftragspotentiale in den Segmenten „Smart Home“, „Smart Building“, Digitalisierung und Vernetzung, Sicherheitstechnik, Energieeffizienz und Elektromobilität. Gerade zu Letzterem gelte es bei Firmengebäuden oder privaten Sanierungsarbeiten die Basis für Lademöglichkeiten zu schaffen. „Das Elektro-Handwerk hat seine Hausaufgaben dazu gemacht!“ Bei zahlreichen offenen Stellen steht auch die Sicherung qualifizierter Fachkräfte im Fokus der Innungsarbeit.

Unterstützung zu drängenden rechtlichen Themen gab es durch den Juristen der Handwerks-kammer Konstanz, Joachim Vojta. Kein Wunder also, dass die Hauptversammlung von den Innungsmitgliedern und Gästen auch zum intensiven fachlichen Austausch genutzt wurde.

Die Prämie für E-Fahrzeuge sieht der Fachverband, auch hinsichtlich einiger Ungereimtheiten in der Förderung, kritisch. FV-Vizepräsident Wolfgang Schmitt begrüße jedoch, dass für die feh-lende Ladeinfrastruktur Mittel zur Verfügung gestellt werden. „Käufer von E-Fahrzeugen müssen relativ schnell und vorab Gedanken über die notwendige Lademöglichkeiten vor Ort machen.“ Über www.elektrofachbetriebe.org könne man E-Mobilitäts-Fachbetriebe mit speziell geschulten Spezialisten finden.

Wenn über 50 Prozent der Betriebe offene Stellen ausweisen, so reicht die leichte Steigerung im Ausbildungsbereich nicht aus. Es gelte, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und die Aus- und Weiterbildung im Betrieb zu fördern. In den Gesellenprüfungen Teil I und II durchliefen mehr Lehrlinge als im Vorjahr die anspruchsvollen Aufgaben. Die Prüfungsvorsitzenden konnten hierbei von einer Verbesserung der Gesamtdurchschnittsnoten gegenüber dem Vorjahr berichten. Obermeister Benno Schrödl lud schon jetzt alle Ausbildungsbetriebe zur Freisprechungsfeier am 7. Oktober 2016 in die Talwiesenhalle nach Rielasingen ein. „Zeigen Sie auch damit die Verbundenheit mit Ihren Nachwuchskräften!“

Was passiert, wenn an einem vom Handwerksbetrieb eingebauten und von ihm nicht erkennbaren mangelhaften Element ein Schaden auftritt? Nach derzeitige Rechtsprechung hat der Hersteller oder Großhändler innerhalb von fünf Jahren dieses Teil zu ersetzen – auf den oft hohen Aus-und Wiedereinbaukosten bleibt der Handwerksbetrieb sitzen. Hierzu hatte der Zentralverband des Handwerks bereits 2013 eine Reform der kaufrechtlichen Gewährleistung eingefordert. Diese sieht der Rechtsexperte der Handwerkskammer Joachim Vojta nun auf einem guten Weg. Die Neufassung könne nach Stellungnahme des Bundesrates im April 2016 noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden. Hausch verwies zum Thema auf bestehende Haftungsübernahmevereinbarungen des Verbandes mit verschiedenen Herstellern, in denen diese exklusiv Innungsmitglieder bei der Abwicklung von Gewährleistungsansprüchen aufgrund Einsatz eines mangelhaften Produktes, z. B. bei der Fehlersuche sowie die Aus- und Wiedereinbaukosten, Unterstützungsleistungen zusagen.

Hierzu und zur Einführung eines gesetzlichen Bauvertragsrechts gab es regen Diskussionsbedarf. Die Teilnehmer nannten mehrere Fallbeispiele aus ihrem Betriebsalltag, von denen manches direkt geklärt werden konnte. Auch dies war ein Zeichen für die aktive und gut funktionierende Innungsarbeit, die sich an den Bedürfnissen der Mitglieder orientiert. Da man miteinander immer mehr erreicht als allein, nutzten viele die Einladung von Obermeister Benno Schrödl, den Austausch bei einem gemeinsamen Abendessen fortzusetzen.

Kontakt:
Andreas Hausch
FV EIT BW
Geschäftsführer

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