24.06.2016

Lörrach: Mehr Azubis in Innungsfachbetrieben

Gegen den Trend in anderen Gewerken: Der landesweite Zuwachs konnte auch in Lörrach bestätigt werden. Konkrete Hilfestellungen für die Innungsfachbetriebe und Unternehmerinfos aus dem Bereich der Arbeitssicherheit als weitere Kernthemen.

Bild: FV EIT BW

In der Gewerbeakademie Schopfheim konnte Obermeister Markus Roths am 23. Juni Vertreter bei tropischen Temperaturen über 30 Grad aus knapp der Hälfte seiner Mitgliedsunternehmen und darüber hinaus noch einige Ehrengäste und Pressevertreter begrüßen. In seinem Bericht skizzierte er die Aktivitäten der Innung und stellte mit ein wenig Stolz fest, dass die Innungsbetriebe einen leichten Zuwachs bei der Zahl der Azubis hätten: Derzeit werden 109 Elektroniker Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, zwei Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik sowie ein Informationselektroniker ausgebildet. Damit stellt die Innung für Elektro- und Informationstechnik Lörrach einen bedeutenden Faktor für den regionalen Ausbildungsmarkt dar. Als richtige Entscheidung wertete Roths den Rückzug aus der örtlichen Azubi-Messe, die gemeinsam mit anderen Wirtschaftszweigen, also auch der Industrie durchgeführt werden sollte. Er plädierte stattdessen für eine eigene Nachwuchsmesse des Handwerks in der Gewerbeakademie, wo dann auch konkrete Beispiele aus der praktischen Arbeit gezeigt werden können.

Roths würdigte im Anschluss das ehrenamtliche Engagement von Ralf Quandt, der für sein mehr als 20-jähriges Wirken in der Innung mit der Silbernen Ehrennadel des Fachverbandes ausgezeichnet wurde. Auch Andreas Bek, der Hauptgeschäftsführer des FV EIT BW, gratulierte Quandt, der nicht nur seit vielen Jahren als stellvertretender Obermeister der Innung aktiv ist, sondern in diesem Jahr im Rahmen der light & building in Frankfurt den bundesweit ausgeschriebenen Unternehmerpreis Elektrohandwerk 2016 des „de“ gewann.

Gesellenprüfungsbericht
Thomas Hauser blickte in seinen Ausführungen auf die zurückliegenden Gesellenprüfungen zurück: Die Gesellenprüfung Teil 1, wurde landeseinheitlich durchgeführt und fand am 01.07.2015 in der Gewerbe Akademie in Schopfheim statt. An gleicher Stelle wurde auch die praktische Prüfung durchgeführt und zwar in drei Gruppen am 6., 8. und 10. Juli 2015. An der Prüfung nahmen 26 Auszubildende teil. Zu Teil 2, also der Wintergesellenprüfung 2015 / 2016, standen 26 Auszubildende an. 24 Auszubildende legten die Prüfung mit Erfolg ab, zwei Teilnehmer haben nicht bestanden. Die Prüfung fand vom 15.02.2016 bis zum 26.02.2016 ebenfalls in der Gewerbe Akademie in Schopfheim statt. Prüfungsbester wurde Adrian Schmidt, Ausbildungsbetrieb Hermann Bieg & Sohn Elektrotechnisches Unternehmen GmbH in Schliengen-Obereggenen. Zweitbester wurde Robin Quandt, Ausbildungsbetrieb Elektro Betting GmbH in Lörrach. Drittbester wurde Julian Meßmer, Ausbildungsbetrieb Universal Elektrik GmbH in Grenzach-Wyhlen. Viertbester wurde Kai Stüber, Ausbildungsbetrieb Elektrohaus Schlegel KG in Kandern.

Personalpolitik muss zur Chefsache werden
Nach Abarbeitung der satzungsgemäßen Regularien skizzierte Andreas Bek in seinem Referat „Nachwuchsgewinnung – Verbandsleistungen – Aktuelles“ zunächst die Ausgangssituation im Land anhand der branchenspezifischen Frühjahrskonjunktur-Umfrageergebnisse: Mehr als 50 Prozent der Betriebe sind auf der Suche nach Fachkräften. Anhand statistischer Zahlen des Landkreises Lörrach skizzierte Bek weiter die zu erwartende Entwicklung im Bereich der Bevölkerung, die in den nächsten Jahren um 0,8 Prozent abnehmen wird. Die Zahl der Schulabgänger, die den Weg in die Gymnasien finden und damit eine andere Laufbahn als die duale Ausbildung im Blick haben, steigt kontinuierlich. Nachdem auch die Arbeitslosenquote im Kreis seit Jahren rückläufig ist und sich der Altersquotient künftig deutlich steigern wird, ist die eigene Ausbildung von Fachkräften zur Chefsache zu machen. Ohne eine strategische Personalpolitik werden sich die E-Handwerksunternehmen in den kommenden Jahren kaum am Markt adäquat positionieren können. Denn nicht zuletzt angesichts kurzer Innovationszyklen und der fortschreitenden Digitalisierung werden elektrohandwerkliche Leistungen künftig stark nachgefragt sein.  

Unterstützung der betrieblichen Nachwuchswerbung
Am Beispiel der aktuellen Kampagnen auf Bundes- und Landesebene zeigt Andreas Bek die konkreten Maßnahmen auf, die für die Innungsfachbetriebe zur Gewinnung von neuen Azubis zur Verfügung stehen. Neben den Google AdWords-Kampagnen auf Bundes- und Landesebene sowie der forcierten Facebook-Nachwuchskampage und einer Online-Ausbildungsplatzbörse, stehen den Betrieben auch viele Werbemittel zur Verfügung.

Effektive Lobbyarbeit und Marketingunterstützung
Aber auch anhand von Beispielen aus der aktuellen Lobbyarbeit zeigte Bek für die Branche relevante Themen auf, für die sich die Innung, der Landes- und der Bundesverband einsetzen. Neben der Digitalisierung der Energiewende mit Hilfe intelligenter Zähler birgt die Verankerung von sogenannten „Brandschutzschaltern“ in der Norm zusätzliche Umsatzpotenziale für die Branchenbetriebe. Ebenso wie die neue Marketing-Kampagne E-CHECK-Altbau, die auf einem Gutachten des ZVEI basiert, wonach ein erheblicher elektrotechnischer Sanierungsbedarf bei Bestandsgebäuden besteht, die vor allem im Zeitraum 1950 – 1979 gebaut wurden. Hinweise etwa auf die aktuelle Anhebung der tariflichen Entgelte in Baden-Württemberg zum 01.07.2016 sowie die rund 1.300 Beratungen, die der Fachverband jährlich gegenüber den Innungsfachbetrieben erbringt, rundeten den Vortrag ab.

Wichtig: Gefährdungsbeurteilung
Im zweiten Vortragsblock skizzierte Stephan Golbs die Notwendigkeit von betriebsindividuellen Gefährdungsbeurteilungen. Vor allem die Betriebsinhaber, die das Unternehmermodell gewählt haben, sollten sich mit dem Thema beschäftigen. Golbs gab wertvolle Tipps und reichte auch eine Fülle von Tischvorlagen mit Checklisten und Hinweisblättern der BG ETEM. Unter dem Vortragstitel „Fit für die Zukunft“ sensibilisierte Mareen Limbach die Innungskollegen für die Besonderheiten einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

Abschließend gab Otfrid Eckert, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lörrach unter anderem bekannt, dass sich die Elektro-Innung an der Ausrichtung des bundeweiten Tags des Handwerks am 17. September beteiligen wird.

Kontakt:
Andreas Bek
FV EIT BW
Hauptgeschäftsführer

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