27.10.2017

Konjunkturumfrage: E-Handwerk mit Allzeithoch

Die aktuelle Herbstumfrage der baden-württembergischen Elektrohandwerke ergab zwei Spitzenwerte: Der Indikator für die Bewertung der wirtschaftlichen Lage hat ein Allzeithoch erreicht und 60 Prozent der Fachbetriebe suchen Fachkräfte. Befragt wurde das baden-württembergische E-Handwerk vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk der Universität Göttingen.

Bild: FV EIT BW
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Die Stimmung in den E-Handwerken in Baden-Württemberg befindet sich auf einem Allzeithoch: 77,6 Prozent der Fachbetriebe bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage mit gut (Herbst 2016: 72,0 %), 20 Prozent mit befriedigend (Herbst 2016: 24,0 %), 2,4 Prozent mit schlecht (Herbst 2016: 4,0 %). Mit diesem Ergebnis setzt sich das baden-württembergische E-Handwerk vom Bundesdurchschnitt ab. Deutschlandweit bezeichnen 70,3 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut.

Auftragsbestand
Die Betriebe im E-Handwerk im Südwesten haben volle Auftragsbücher und die Auftragslage ist gekennzeichnet durch eine längerfristige Auslastung. So verweisen 49,2 Prozent der Betriebe auf einen Auftragsbestand von über zwei Monaten (Herbst 2016: 41,5 %). Bei der Umsatzverteilung gibt es eine Verschiebung festzuhalten. Während bei privaten Auftraggebern mit einem Umsatzanteil von aktuell 36,3 Prozent (Herbst 2016: 42,3 %) rückläufige Tendenzen zu konstatieren sind, erreichen die Branche Impulse von gewerblichen Auftraggebern mit einem Anteil von ebenfalls 36,3 Prozent (Herbst 2016: 33,0 %) und seitens der öffentlichen Auftraggeber 16,4 Prozent (Herbst 2016: 13,2 %).

Die stabilen Konjunkturdaten schlagen sich im laufenden Jahr auch in der Umsatzentwicklung nieder. Für den Handwerksbereich notieren 39,3 Prozent der Betriebe steigende Umsätze (Herbst 2016: 39,8 %). Das statistische Landesamt Baden-Württemberg weist für die beiden ersten Quartale 2017 eine Steigerung von 5,7 Prozent und 0,3 Prozent gegenüber den Vorjahresquartalen aus.

Fachkräftesituation
Nachdem das statistische Landesamt für das Elektrotechniker-Handwerk bereits in den vergangenen Jahren jeweils eine leichte Steigerung bei den Beschäftigtenzahlen ausgewiesen hatte (2016: +1,0 %), setzte sich dieser Trend auch 2017 in den beiden ersten Quartalen mit 2,1 Prozent und 2,0 Prozent fort. Der Beschäftigungszuwachs kann jedoch die Nachfrage nach Fachkräften nicht kompensieren. So nimmt der Fachkräfteengpass im baden-württembergischen E-Handwerk im Herbst 2017 neue Dimensionen an. 61 Prozent (Herbst 2015: 48,4 %) der Betriebe verweisen aktuell auf offene Stellen. Dies führt sowohl branchenintern als auch branchenübergreifend zu einer Verschärfung der ohnehin ausgeprägten Wettbewerbssituation um Fach- und Nachwuchskräfte. Immerhin 29,7 Prozent der Betriebe konnten ihre Belegschaft in den vergangenen sechs Monaten über Einstellungen aufstocken (Herbst 2016: 29,1 %). In 18 Prozent der Betrieben ging jedoch die Anzahl der Beschäftigten zurück (Herbst 2016: 12,6 %).

„Unsere Unternehmer im E-Handwerk sind konkurrenz- und wettbewerbserprobt und stellen sich dieser außergewöhnlichen Situation. Der Wettbewerb um Fach- und Nachwuchskräfte hat jedoch seine besonderen Regeln, darüber gilt es die Betriebe zu sensibilisieren und Lösungen aufzuzeigen. Dabei helfen insbesondere auch die aktuellen Maßnahmen der Personaloffensive Handwerk 2025 mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit- und Wohnungsbau Baden-Württemberg“, so Thomas Bürkle, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg.

Blick in die Zukunft
Die Prognosen der Betriebe für die kommenden Monate sind optimistisch. 74,6 Prozent der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Geschäftslage auf hohem Niveau aus. 19,0 Prozent erwarten darüber hinaus noch weitere Verbesserungen.

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