08.04.2020

Erneut deutlich mehr Azubis im E-Handwerk

In den vergangenen sieben Jahren haben die E-Handwerksbetriebe ihre Auszubildendenzahlen um fast 20 Prozent erhöht. Die Ausbildungsqualität konnte jedoch nicht im gleichen Maße mithalten. Unterstützungsangebote sind erforderlich.

Bild: Karl-Heinz Laube@pixelio.de

Gemäß den offiziellen Zahlen des Baden-Württembergischen Handwerkstags haben die baden-württembergischen E-Handwerkbetriebe zum Jahresende 2019 genau 5.270 Auszubildende beschäftigt, was einem Zuwachs von rund 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gegenüber dem Jahr 2013 stellt die Zahl gar eine Steigerung von rund 20 Prozent oder 1.000 E-Zubis dar. Wie sich die weiteren Ausbildungszahlen vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise entwickeln werden bleibt abzuwarten.

Seinerzeit stoppten die E-Handwerkbetriebe im Land den vorherigen Abwärtstrend und bildeten seitdem von Jahr zu Jahr mehr Auszubildende aus. Auch die Medienkampagnen, die Lobbyarbeit für das E-Handwerk sowie der intensive Einsatz der Fachorganisationen (insbesondere auf Ausbildungsmessen) haben dazu beigetragen, dass es nun wieder so viele Auszubildende wie zuletzt im Jahr 1998 in den E-Handwerken gibt.

Neuverträge ab erstem oder zweitem Ausbildungsjahr
Wie sich die 1.895 neuen Ausbildungsverträge auf die sieben Berufsbilder der E-Handwerke aufgliedern, zeigt das entsprechende Schaubild auf. Erfasst sind darin sowohl Ausbildungsverträge ab dem ersten Ausbildungsjahr (rund 60 Prozent) als auch ab dem zweiten Ausbildungsjahr (rund 40 Prozent). Weiterhin entfallen neun von zehn neuen Ausbildungsverträgen auf den Ausbildungsberuf des Elektronikers mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik.

1BFE-Schüler gelten nicht als Auszubildende
Im zweiten Fall haben die E-Zubis zuvor meist eine einjährige Berufsfachschule für Elektrotechnik (1BFE) besucht. Die Berufsfachschüler selbst (des Jahrgangs 2019/2020) sind in der Aufstellung dagegen nicht erfasst, da sie im rechtlichen Sinne keine Auszubildenden sind. Ihre Gesamtzahl wird daher nicht vom BWHT, sondern vom baden-württembergischen Ministerium für Kultus, Jugend und Sport ermittelt.

Auch 2019 wieder mehr Neuverträge
Die E-Handwerksbetriebe im Land haben nochmals 92 neue Ausbildungsverträge mehr als 2018 abgeschlossen (+ 5,1 Prozent).  Die Steigerungsrate beim Kernberuf Elektroniker mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik beträgt 5,7 Prozent (+ 91 Neuverträge). Die Automatisierungstechniker konnten ihr ordentliches Vorjahresniveau halten (- 1 Neuvertrag). Die Elektroniker der Fachrichtung Informations- und Telekommunikationstechnik konnten ihren Rückfall des Jahres 2018 (- 13 Neuverträge) doppelt kompensieren (+ 26).

Teils auch rückläufige Entwicklung
Auch die Elektromaschinenbaubetriebe haben ähnlich viele Azubis eingestellt wie im Vorjahr (+ 3 Neuverträge). In den Ausbildungsberuf des Systemelektronikers haben nochmals sechs Neueinsteiger weniger als im bereits schwachen Vorjahr gefunden. Die Informationselektroniker mussten nach einem satten Zuwachs im Jahr 2018 von plus 18 neuen E-Zubis nun einen Rückgang in ähnlicher Dimension hinnehmen (- 21 Neuverträge).

Ausbildungsqualität rückt zunehmend in den Vordergrund
Die Rückmeldungen der E-Handwerksbetriebe und Gesellenprüfungssauschüsse verdeutlichen, dass mit dem jahrelangen Anstieg der Azubizahlen ein sinkendes Ausbildungsniveau einhergeht. Da einer heterogener werdenden Schülerschaft ein Mangel an Lehrkräften entgegensteht, wird sich das durchschnittliche Abgangsniveau an allgemeinbildenden Schulen kurzfristig kaum verbessern. Die dualen Ausbildungspartner (Betriebe, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätten) müssen daher auch weiterhin die zusätzliche Unterstützung der E-Zubis in Form von praktischen Übungsaufgaben, Nachhilfeangeboten und Prüfungsvorbereitungskursen im Blick haben.

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