Handwerk 2025

"Zukunftsinitiative Handwerk 2025"

Digitalisierung, Energiewende, Demografischer Wandel – drei Stichworte für Megatrends, die Chance, Herausforderung oder gar Risiko für das Handwerk sein können. Um deren Auswirkungen zu erforschen, wurde das Projekt "Dialog und Perspektive Handwerk 2025" initiiert.

Gemeinsam mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft sowie Partnern aus der Wissenschaft sollen innerhalb eines Jahres in einer wissenschaftlichen Untersuchung und regionalen Workshops mit Betriebsinhabern die Auswirkungen der Trends diskutiert und Handlungsempfehlungen für Politik, Handwerksorganisationen und Betriebe entwickelt werden.

Weitere Informationen
Juli 2020: ERFA-Gruppe „Strategische Unternehmensführung im E-Handwerk“

Ende Juli trifft sich die durch Neumitglieder bereicherte ERFA-Gruppe „Strategische Unternehmensführung im E-Handwerk“. Ulrich C. Heckner ist weiterhin als Moderator dabei. Durch eine Förderung können E-Handwerksbetriebe vergünstigt teilnehmen.

Unternehmer aus dem E-Handwerk, die sich auf Augenhöhe zu Strategie- und Personal-Themen austauschen wollen, sind in der ERFA-Gruppe „Strategische Unternehmensführung“ des Fachverbands bestens aufgehoben. Von Betriebsvergleichen über die Digitalisierung und Fachkräftesicherung gibt es zahlreiche Themen, mit denen sich die Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigen. Die Teilnehmer erhalten durch den Austausch untereinander sowie den erfahrenen Moderator wertvolle Tipps für das aktuelle Tagesgeschäft und ihre zukünftige betriebliche Ausrichtung.

Vier weitere Treffen in diesem und im nächsten Jahr
Nach dem Start im Frühjahr 2019 kommt die ERFA-Gruppe auch in diesem und im nächsten Jahr unter dem Dach des Fachverbands zusammen. Zunächst ist Ende Juli eine eintägige Veranstaltung in Sindelfingen geplant. Im Herbst wird sich die Gruppe erneut treffen und dabei auch den E-Handwerksbetrieb eines teilnehmenden Unternehmers besichtigen. Auch 2021 wird sich die ERFA-Gruppe zwei Mal treffen (Frühjahr und Herbst).

Hochwertiges Angebot zu vergünstigtem Preis
Als Moderator tritt der erfahrene Betriebsberater Ulrich C. Heckner in Erscheinung. Neben dem oberbayrischen Impulsgeber ist auch ein Vertreter des Fachverbands bei den Treffen dabei. Das baden-württembergische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert alle vier Veranstaltungen mit Mitteln aus der Zukunftsinitiative Handwerk 2025. Der Fachverband kann das qualitativ hochwertige Angebot dadurch preislich ermäßigt anbieten.

Wer Interesse hat, sollte sich zügig melden
In der ERFA-Gruppe sind aktuell noch (wenige) Plätze frei. Interessenten dürfen sich gerne bei der Beratungsstelle Bildung/Unternehmensführung des Fachverbands melden: Steffen.Ellinger(at)fv-eit-bw.de oder Tel. 0711 / 955906-17.

November 2019: Modellprojekt „Digitalisierung von Zustandsberichten und Service-Engineering im E-Handwerk“ (DigiZuSe)

Das Modellprojekt zielt auf eine systematische Erfassung und Digitalisierung von vorhandenen Zustandsberichten zu elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln, die zu Tausenden bei den wiederkehrenden Prüfungen im Rahmen des E-CHECK erstellt, deren Ergebnisdaten aber bislang nicht weiter verwendet werden. Basierend auf den digitalisierten Daten soll mittels Service-Engineering eine systematische Entwicklung und Gestaltung von neuen Dienstleistungen rund um den Betrieb von Gebäuden, Liegenschaften, technischen Anlagen und Infrastrukturen ermöglicht werden.

Ziele, Inhalte, Methoden:
Kernziele sind die systematische Erfassung und Digitalisierung von Daten aus vorhandenen und neuen Zustandsberichten. Hierdurch soll Transparenz geschaffen werden, mittels der in Verbindung mit innovativen Möglichkeiten von KI nutzenstiftende Services ermöglicht werden.

Beispiele hierfür sind:
- Auswertungen, spezifiziert auf das Baujahr/ den Errichtungszeitpunkt/ das Inbetriebnahme- oder Änderungsdatum zur Ableitung der häufigen Mängel, Störungen, Störungsquellen sowie der erteilten Reparatur-, Wartungs- bzw. Instandhaltungsaufträge.
- Ableitung von Empfehlungen zu Serviceintervallen, zu Prüfzyklen und zu Instandhaltungsmaßnahmen.
- Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für Dienstleistungen rund um Service-, Instandhaltungs- und Wartungsdienstleistung bei elektrischen Anlagen und technischen Infrastrukturen, elektrischen Maschinen und Betriebsmittel von Gebäuden und Liegenschaften (Service Engineering). Das Angebot der E-Handwerksunternehmen könnte dann zum Beispiel eine objektspezifische, vorausschauende Wartung sein, die der Vermeidung und Reduzierung von Ausfallzeiten in den Kundenanlagen dient und somit die baden-württembergische Wirtschaft stärkt.

Es ist zudem davon auszugehen, dass über die genannten Möglichkeiten hinaus zusätzliche innovative Möglichkeiten der Wertschöpfung im Rahmen der Umsetzung der entwickelten Geschäftsmodelle identifiziert werden.

Wie können E-Handwerksunternehmen mitwirken?
Grundlage für die Realisierung der genannten Wertschöpfungspotenziale ist die systematische Erfassung, Speicherung und Analyse von E-CHECK-Prüfdaten in einer unternehmensübergreifenden Lösung. Dazu sollen die bei den baden-württembergischen E-Handwerksunternehmen vorhandenen Prüfprotokolle, Prüfergebnislisten, Zustandsberichte, Mängellisten, etc. in einer „offenen Lösung“ systematisch digital erfasst und mittels innovativer Analysen ausgewertet werden. Hierzu wird ein neuartiges Konzept unter Berücksichtigung aktueller Technologien und organisatorischer Rahmenbedingungen benötigt. Die Erstellung und Evaluation eines solchen Konzeptes ist Inhalt dieses Modellprojektes.

Basis für die Erfassung und Digitalisierung von vorhandenen Zustandsberichten sind die Zustandsberichte (E-CHECK-Prüfprotokolle) selbst. Das Projekt braucht jede Menge davon. Je mehr Daten, umso besser. Idealerweise in elektronischer Form (pdf oder ähnlich) auf Basis der ZVEH- oder Fachverbands-Prüfprotokolle (erkennbar am E-Blitz oder der E-Marke rechts oben). Aber auch ein Scan aus der Papierform wird gern angenommen. Dies gilt insbesondere bei „alten“ Prüfdaten, denn mit diesen lassen sich auch Veränderungen im Betrieb einer elektrischen Anlage und von Betriebsmitteln erkennen.

Ein erster Schwerpunkt der Erfassung liegt auf den Prüfberichten zu elektrischen Anlagen. Als Randdaten zu einem eingereichten Prüfprotokoll sollten mit angegeben werden:
- der Gebäudetyp (Wohngebäude, Geschäftsgebäude, Industriehalle, Schule, Kita, etc.),
- das Gebäude-/Anlagenalter (sofern bekannt),
- eine zugeordnete Mängelliste (sofern erstellt),
- die Bewertung der Prüfergebnisse,
- gibt es vorangegangene Prüfergebnisse

Die Angaben zum jeweiligen Auftraggeber sind zu anonymisieren/zu entfernen.

Was passiert mit den Daten?
Die Daten werden anonymisiert erfasst, aufgearbeitet und nachfolgend ausgewertet. Aus den ausgewerteten Daten sollen im Anschluss für das Elektrohandwerk Empfehlungen zu Prüfschwerpunkten, Prüfzyklen/Serviceintervallen und zu Instandhaltungsmaßnahmen gegeben sowie auf Basis der Daten neue Geschäftsmodelle erarbeitet werden.

Wohin mit den Daten?
Für die Korrespondenz zum Projekt und die Zusendung von Daten wurde ein spezielles Emailpostfach eingerichtet:
digizuse(at)fv-eit-bw.de

Projektbeteiligte:
Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg wird in Zusammenarbeit mit dem Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) und mit E-Handwerksunternehmen aus den Gewerken Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau ein Konzept erarbeiten und umsetzen sowie für die Erarbeitung von Geschäftsmodellen verwenden.

Hierbei unterstützt der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik 1, der Universität Stuttgart, im Rahmen eines Unterauftrags das FSTI im Kontext der technischen Architektur. Zusätzlich unterstützt die STASA GMBH mit ihrer ausgewiesenen Expertise im Bereich Künstliche Intelligenz im Rahmen eines Unterauftrags im Themenbereich Analytics/KI.

Das Modellprojekt DigiZuSe ist Teil der Zukunftsinitiative Handwerk 2025 und wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg finanziell unterstützt. Das Projekt hat eine Laufzeit vom 06.11.2019 bis zum 31.12.2020.

Kontakt:
Steffen Häusler (FV EIT BW, Projektleitung)
Tel.: 0711-95590666
Email: digizuse(at)fv-eit-bw.de

November 2019: Gewerkeübergreifende BIM-ERFA-Gruppe

Am 28. November fand beim Baden-Württembergischen Handwerkstag die Kick-Off-Veranstaltung zu einer gewerkeübergreifende ERFA-Gruppe Building Information Modelling (BIM) statt. Planerisch tätige E-Handwerksbetriebe konnten hier kostenfrei teilnehmen.

Weitere Informationen

November 2019: ERFA-Gruppe "Strategische Unternehmensführung"

Zweites Treffen der ERFA-Gruppe „Strategie“


Mitte November kam zum zweiten Mal die Erfahrungsaustausch-Gruppe (ERFA-Gruppe) „Strategische Unternehmensführung“ zusammen. Auch 2020 will sich die Gruppe zwei Mal treffen. Interessierte Mitgliedsbetriebe sind nach Rücksprache herzlich willkommen.

Auch wenn Unternehmer aus der Startgruppe zeitlich verhindert waren, hatte sich in Sindelfingen ein konstruktiver Kreis zusammengefunden. Unternehmensberater Urich C. Heckner war es erneut vorbehalten durch das Programm zu führen. Neben dem Oberbayern brachten sich auch die Teilnehmer selbst mit aktiven Beiträgen und gelungenen Präsentationen ein.

Praxisnahe und spannende Themen
Zu den angesprochenen Themen gehörte erneut die Personal- und Fachkräftesituation in der Branche. Heckner präsentierte dazu aktuelle Befragungsergebnisse zur Mitarbeitermotivation im E-Handwerk. Eines der Ergebnisse: Das Betriebsklima ist der Motivationsfaktor Nummer 1. Ein weiterer Inhaltsschwerpunkt war der neue Tariflohnabschluss für das baden-württembergische E-Handwerk und dessen Auswirkungen auf die betrieblichen Kosten sowie den Stundenverrechnungssatz. Auch über Eingruppierungshilfen diskutierte die Gruppe in diesem Zusammenhang konstruktiv.

Geben und Nehmen in der ERFA-Gruppenarbeit
Neben dem Input durch Heckner war es vor allem der persönliche Austausch unter den Gleichgesinnten, von dem die Unternehmer profitierten. Besonders erfreulich war in diesem Zusammenhang, dass sich zwei der Teilnehmer mit gelungenen Präsentationen zu den Themenblöcken „Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen“ sowie „Spielregeln bei öffentlichen Ausschreibungen“ einbrachten. Zudem brachten die Teilnehmer ihre betrieblichen Zahlen aus der Bilanz und GuV mit, um sich zielgerichtet mit betrieblichen Kennzahlen beschäftigen zu können.

Die ERFA-Gruppe „Strategische Unternehmensführung“ des Fachverbands trifft sich das nächste Mal am Donnerstag, 26. März 2020 von 10 bis 17 Uhr in Sindelfingen.

E-Handwerksbetriebe, die noch in die ERFA-Gruppe einsteigen wollen, können sich gerne melden bei: Steffen.Ellinger(at)fv-eit-bw.de, Tel. 0711 / 955906-66.

Förderhinweis:
Die ERFA-Gruppen-Treffen im Jahr 2019 werden vom baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Rahmen des Strategieprojekts Handwerk 2025 anteilig gefördert. Die verbleibenden Seminarkosten wurden unter den teilnehmenden E-Handwerksbetrieben aufgeteilt. Der Fachverband bringt sich mit der Organisation der Fachveranstaltung sowie als Ansprechpartner vor Ort aktiv ein.

Juni 2019: Software- und Digitalisierungstag

Anfang Juni fand der Software- und Digitalisierungstag des Fachverbandes in Pforzheim-Hohenwart statt. Die Teilnehmer informierten sich in Fachvorträgen sowie an Aussteller-Ständen über digitale Anforderungen und Tools in der Büroorganisation.

Weitere Informationen
Mai bis Juli 2019: Fachveranstaltungen Digitallotse

Digitale Tools für E-Handwerksbetriebe

Mitte Mai präsentierte der Fachverband das Thema „Digitale Tools für E-Handwerksbetriebe“ in Offenburg. Insbesondere die digitale Zeiterfassung stand im Fokus des Gastvortrags, der mit Mitteln aus „Digitallotse Handwerk“ gefördert wurde.

Gemeinsam mit der neu gewählten Obermeisterin der Elektroinnung Mittelbaden konnte sich der Fachverband über ein rund 20-köpfiges Teilnehmerfeld in der mittelbadischen Metropole freuen. Nach Gabriele Ganz‘ Begrüßung stieg Referent Michael Heil in das Thema Digitalisierung ein.

Daten zur rechten Zeit und am rechten Ort bereitstellen
Letztendlich ginge es darum, die richtigen Informationen und Daten zur richtigen Zeit, am richtigen Ort zur Verfügung zu stellen“, so der Geschäftsführer des eBusiness-Kompetenz-Zentrums in Kaiserlautern. „Wenn das dann auch noch in Echtzeit, automatisch, vollständig, nachvollziehbar und rückfragefrei erfolgt, können wir von einer richtig guten Lösung sprechen“, so Heil. Der Selbstorganisationsgrad der Monteure könne allerdings nur dann spürbar erhöht werden, „wenn der Chef persönlich das organisiert“. Damit betriebliche Arbeitsprozesse gelingen, müssten Vorgesetzen ihren Mitarbeitern passgenaue Informationen bereitstellen.  

Zeiterfassung per Handy-App: In kleinen Schritten anfangen
Auch zu digitalen Zeiterfassungssystemen per Handy-App hatte der gelernte Malermeister interessantes zu berichten: „Bei der Zeiterfassung gilt es Informationen - wie beispielsweise eine Störung oder Behinderung im Bauablauf - gleich dann zu erfassen, wenn sie entstehen. Das kann auch per Sprachaufzeichnung am Handy erfolgen“. Wichtig sei es jedoch zunächst in kleinen Dokumentationsschritten wie folgt vorzugehen, damit sich die Monteure nicht überfordert fühlten: Ankommen im Betrieb, Ladezeit, Abfahrt vom Hof, Ankunft Baustelle, Pausenzeiten, Ende Baustelle, Rückfahrt, Ladezeit, Feierabend.

Referent: Digitale Zeiterfassung ist für Mitarbeiter machbar
Auf die nicht unberechtigten Zweifel an der Akzeptanz der Monteure entgegnete Heil: „Glauben sie mir, dass Sie die besten Mitarbeiter der Welt haben. Die können das!“. Würden die Monteure sich durch intensivere Zeiterfassung kontrolliert fühlen, könne man sie wie folgt überzeugen: „Die Zeiterfassung hilft uns dabei, die Projektkalkulation zu überprüfen und somit auch weitere Aufträge zu erhalten“. Wichtig sei im Übrigen, dass das entsprechende System auch offline funktionieren müsse.

Zahlreiche Fördermöglichkeiten rund um die Digitalisierung
Informationen zur Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie und weiteren digitalen Tools wie Daten- und VR-Brillen, Tracking-, Aufmaß- und intelligente Assistenz-Systeme, rundeten den interessanten Vortrag ab. Angesprochen auf die Finanzierung und die von ihm propagierte Notwendigkeit, alle Mitarbeiter mit Handys und/oder Tablet-PCs auszurüsten, gab Heil abschließend Tipps zur vorhandenen Förderkulisse (z.B. „go-digital“ vom Bundeswirtschaftsministerium oder der Digitalisierungsprämie in Baden-Württemberg.).

 

e-Rechnung als Türöffner zur Digitalisierung

Ende Juni präsentierte der Fachverband das Thema „e-Rechnung“ in Heidelberg. Auftragnehmer von Bundesbehörden müssen das Format ab November 2020 verbindlich anwenden. Die Sensibilisierung der E-Handwerksbetriebe war das Ziel.

Obermeister Martin Illing von der örtlichen Elektroinnung begrüßte knapp 20 Teilnehmer an einem hochsommerlichen Abend. Referent Dirk Gaschler definierte zunächst, was eine elektronische Rechnung (e-Rechnung) ist. Letztendich ginge es darum, den Eingang sowie die Bearbeitung und Archivierung von Rechnungen zu digitalisieren und so eine strukturierte und zügige Weiterbearbeitung zu ermöglichen.

e-Rechnung: Software-Anbieter ansprechen
Aus Gaschlers Sicht ist „die e-Rechnung der Türöffner zur Digitalisierung der betrieblichen Prozesse“. Durch die Automatisierung mittels der frei zugänglichen Dateiformate ZUGFeRD 2.0 oder xRechnung ließe sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit pro Rechnung von einer knappen halben Stunde auf rund 2,5 Minuten reduzieren. Um diese Vorteile nutzen zu können, sollten E-Handwerksbetriebe ihre Software-Anbieter und Großhändler baldmöglichst auf die e-Rechnungsformate ansprechen.

Lust auf Zukunft statt Handlungszwang
Beruhigend war freilich, dass die verbindliche Einführung des Dateiformats erst ab November 2020 und zunächst nur für die Auftragnehmer von Bundesbehörden kommen wird. Es sei allerdings davon auszugehen, dass die öffentlichen Auftraggeber auf Landesebene nachziehen werden. Kommunen blieben in Baden-Württemberg dagegen von der verpflichtenden Einführung der eRechnung verschont. Die Vorteile der Rechnung seien letztendlich aber so groß, dass sich das Format am Markt durchsetzen werde. Je früher sich die E-Handwerksbetriebe daher mit der e-Rechnung beschäftigten, desto besser, so Gaschler.

Definition e-Rechnung
Laut Europäischer Richtlinie 204/55/EU wird eine elektronische Rechnung in einem strukturierten, elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen. Dadurch wird ihre automatische und elektronische Verarbeitung ermöglicht.

 

Digitale Tools in Ludwigsburg präsentiert

Nach einer Veranstaltung in Offenburg stellte der Fachverband Anfang Juli auch in Württemberg „Digitale Tools für E-Handwerksbetriebe“ vor. Referent Michael Heil brachte erneut viele Praxisbeispiele zur digitalen Zeiterfassung und weiteren Tools ein.

Förderhinweis:
Alle Fachveranstaltungen wurde aus Mitteln des Projekts Digitallotse Handwerk vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg anteilig gefördert.

April 2019: Fachveranstaltung Building Information Modeling (BIM)

Erfahrungsaustausch zur Planung im E-Handwerk


Anfang April fand die zweite Fachtagung des Verbands zum Thema Building, Information, Modeling (BIM) in Stuttgart statt. Praktischen Einblicken in die BIM-Planung eines großen Handwerksbetriebs folgten rege Diskussionen zur Planung im Handwerk.

Im Veranstaltungsort in Stuttgart-Möhringen begrüßte Mario Poewe vom 5d-Institut in Friedberg (Hessen) die Teilnehmer. Nach einem Mittagsimbiss führte der Referent anhand einer Präsentation durch das mit BIM geplante Verwaltungsgebäude eines Reutlinger Maler- und Innenausbaubetriebs mit mehreren Tausend Mitarbeitern. Anhand praktischer Anwendungen gelang es dem Referenten Lust auf BIM zu erzeugen, ohne etwas zu beschönigen. „Die 3D-Planung ist gegenüber der 2D-Planung kein großer Mehraufwand. In BIM stellt die anfängliche Zuordnung der Maße und Mengen aber tatsächlich eine Herausforderung dar!“

5D-Planung bezieht Zeit und Kosten mit ein
Letztendich würden die Baubeteiligten jedoch von großen Zeit- und Kosteneinsparungen profitieren. So ließen sich beispielsweise bereits in der Planungsphase bauliche Kollisionen verhindern und die in BIM hinterlegten Daten per einfachem Knopfdruck auf andere Etagen übertragen. Die Modellierung und Mengenermittlung in BIM plus die beiden Faktoren Zeit und Kosten machen aus einer 3D-CAD-Anwendung ein Fünf-Dimensionen-Modell (siehe Abb. 1). Wie hoch dessen Einsparpotentiale gegenüber einer herkömmlichen 2D-Planung sind, wird in Abb. 2 als „Savings“ in Prozent dargestellt.

Vor allem Planer müssen sich mit BIM beschäftigen
Die anwesenden Unternehmer und technischen Zeichner aus verschiedenen E-Handwerksbetrieben hinterfragten, wer für das Einpflegen der Daten in BIM verantwortlich und was letztendlich Aufgabe und Nutzen für die E-Handwerksbetriebe sei. Einigkeit bestand, dass sich zunächst vor allem die verantwortlichen Architekten, Ingenieure und Planer von Bauprojekten mit BIM auseinandersetzen müssen. Bei den Ausbaugewerken, so eine weitere Einschätzung der Teilnehmer, hätten die E-Handwerksbetriebe einen nachrangigen Nutzen von BIM, da bei ihnen vor allem die Leitungslängen- und keine Flächenberechnungen im Vordergrund stünden.

Praxiserfahrung für eine sorgfältige Planung unabdingbar
Deutlich wurde zudem, dass sich die E-Handwerksbetreibe unabhängig von der BIM-Frage eine genaue und sorgfältige Vorplanungsleistung wünschen. Sofern E-Handwerksbetriebe selbst die sie betreffende Planungsleistung im Rahmen eines Bauprojekts erbringen, stellte sich wiederum folgende Frage: Wie kommen die ermittelten Maße in das gemeinsame Datenmodell aller Baubeteiligten? Ein Lösungsansatz hierfür: Der Gesamtkoordinator (Architekt, Generalunternehmer etc.) des Bauprojekts verfügt über eine vollumfängliche Software zur Bearbeitung aller BIM-Daten. Die beteiligten Gewerke speisen ihre Planungsdaten über eine kostengünstigere „Light-Version“ der Software ein. Insbesondere beruhen erfolgreiche Bauprojekte aber auch im BIM-Zeitalter auf den persönlichen Austausch der Baubeteiligten.

Februar 2019: ERFA-Gruppe "Strategische Unternehmensführung"

Anfang Februar kam erstmals die Erfahrungsaustausch-Gruppe (ERFA-Gruppe) zur strategischen Unternehmensführung zusammen. Alle Beteiligten zogen ein positives Fazit. Mitte November ist eine anteilig geförderte Folgeveranstaltung geplant.

Zur neuen ERFA-Gruppe des Fachverbands trafen sich Unternehmer und weibliche Führungskräfte aus verschiedenen Regionen Baden-Württembergs in Sindelfingen. Als Moderator der Gruppe hatt der Fachverband Ulrich C. Heckner  beaufragt. Nach einer Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer auch ihre individuellen Beratungs- bzw. Themenbedarf schilderten, führte E-Handwerkkundige Unternehmensberater durch das Programm.

Praxisnahe und spannende Themen
Zu den präsentierten Themen gehörte ein aktueller Betriebsvergleich für die E-Handwerke sowie die Personal- und Fachkräftesituation in der Branche. Zum Thema Fachkräftesicherung verdeutlichte Heckner anhand von statistischen Auswertungen, was Mitarbeiter und  Auszubildende besonders motiviert. Die Gruppe diskutierte engagiert über flexible Arbeitszeitmodelle. Weitere Schwerpunktthemen waren die von den Betrieben genutzten Branchensoftware-Systeme sowie die Problematiken, die bauseits gestelltes Material für die E-Handwerksbetriebe mit sich bringt. Zu den tariflichen und rechtlichen  Fragestellungen brachte sich FV-Geschäftsführer Andreas Hausch aktiv ein.

ERFA bedeutet konstruktives Geben und Nehmen
Die ERFA-Gruppenteilnehmer aus unterschiedlichen Regionen pflegten einen konstruktiven und offenen Umgang miteinander. Alle Beteiligten haben den „Kick-Off“ der ERFA-Gruppe ausdrücklich gelobt. Neben dem Input durch Heckner und den Fachverband war es vor allem der persönliche Austausch unter Gleichgesinnten, von dem die Unternehmer profitierten. Das Geben und Nehmen stehe auch im Mittelpunkt der weiteren ERFA-Gruppenarbeit, wie Heckner verdeutlichte. E-Handwerksbetriebe, die sich ausschließlich über den Wettbewerb informieren aber nichts von sich preisgeben wollen, seien für die ERFA-Gruppen-Arbeit nicht geeignet, lies der oberbayrische Unternehmensberater im Einklang mit den Fachverbandsmitarbeitern Hausch und Steffen Ellinger (Berater Bildung und Unternehmensführung) wissen.

Förderhinweis
Die ERFA-Gruppen-Treffen im Jahr 2019 werden vom baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau im Rahmen des Strategieprojekts Handwerk 2025 anteilig gefördert. Die verbleibenden Seminarkosten werden unter den teilnehmenden E-Handwerksbetrieben aufgeteilt. Der Fachverband bringt sich mit der Organisation der Fachveranstaltung sowie als Ansprechpartner vor Ort aktiv ein.

Oktober 2018: Fachveranstaltung Building Information Modeling (BIM)

Ende Oktober fand eine anteilig geförderte Fachtagung des Verbands zum Thema Building, Information, Modeling (BIM) in Mutlangen bei Schwäbisch Gmünd statt. Ein externer Referent informierte zwölf Teilnehmer aus zukunftsorientierten E-Handwerksbetrieben.

Referent Heiko Clajus informierte zunächst über den aktuellen BIM-Entwicklungsstand in Deutschland. „Im Vergleich zu vielen anderen Wirtschaftsnationen, sind wir in der BIM-Anwendung rund zehn Jahre im Verzug“. Auf die Gründe angesprochen, verdeutlichte Clajus, dass die hiesigen Baubeteiligten die vielfältigen Vorteile von BIM erst dann vollumfänglich anerkannt hätten, als es ihnen an den Geldbeutel ging

Großprojekte durch Planungsfehler verteuert
„Bis vor wenigen Jahren meinte man, dass die bisherigen Planungsmethoden und deutsche Ingenieurskunst ausreichend seien. Aufgrund der großen Probleme bei der Elbphilharmonie, Stuttgart 21 und insbesondere dem Berliner Flughafen hat sich das Blatt so richtig gewendet. Auch der Bund hat nun verstanden, dass Großprojekte mit BIM deutlich effizienter gebaut werden können“, so der Key-Account-Manager der Firma Data Design System GmbH (DDS). Zum Vergleich: Der BIM-geplante Gotthard-Tunnel wurde früher und kostengünstiger als erwartet fertiggestellt.

BIM ist unabhängig von der Projektgröße einsetzbar
Unter Bezug auf das E-Handwerk verdeutlicht Clajus, dass BIM einen Nutzen unabhängig von der Projektgröße entfalten könne: „Sind die Anfangseuphorie und erste Rückschläge durchlaufen, machen sich die Vorteile von BIM in optimierten Prozessen und sinkenden Kosten bemerkbar. Allein die Zahl der E-Mails unter den Baubeteiligten sinkt um 50 bis 70 Prozent“, so der DDS-Referent. Dafür sei allerdings auch notwendig, dass diese den Teamgedanken pflegten: „Persönlich miteinander kommunizieren wird durch BIM wieder modern. Tauschen sich der Planer, Lüftungsbauer, Elektriker- und Sanitärbetrieb in der Planungsphase an einem gemeinsamem Gebäudemodell zu möglichen Baukollisionen aus, kann ein Großteil des späteren Baustellenfrusts verhindert werden“.

Die Entwicklung hin zu BIM nimmt deutlich an Fahrt auf
Die interessierten Unternehmer und leitenden Angestellten aus den Mitgliedsbetrieben nutzen ausgiebig die Gelegenheit, dem Referenten vertiefende Fragen zu stellen. Auch Alexander Hamler, der in seinem Mutlanger Planungsbüro als Gastgeber der Veranstaltung agierte, brachte sich mit Fragen und aktiven Beiträgen ein. Übereinstimmung bestand darin, dass das Thema BIM – obwohl sich vieles erst noch entwickeln müsse – aufgrund seiner stetig wachsenden Bedeutung unbedingt weiter zu verfolgen sei [siehe dazu auch ERFA-Gruppen für Unternehmer]. Die BIM-Fachveranstaltung wurde aus Mitteln des Strategie-Projekts Handwerk 2025 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg anteilig gefördert.

März 2018: Fachveranstaltungen Handwerk 2025 - Strategische Tipps bei Digital- und Personaloffensive

Im Rahmen der Initiative „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“ hat der Verband im März 2018 vier Fachveranstaltungen durchgeführt. Unter dem Titel Personal- und Digitaloffensive erhielten die begeisterten Teilnehmer wertvolle Tipps von Referenten aus der Praxis.

Fachkräftesicherung
Bei den beiden Veranstaltungen zur Personaloffensive in Stuttgart und Freiburg stand das Thema Fachkräftesicherung im Mittelpunkt. FV-Geschäftsführer Andreas Hausch und die Hauptreferentin Gabriele Heinzelmann (Kybos Training und Coaching) bestätigten die Teilnehmer darin, aufgrund des derzeitigen „Arbeitnehmermarkts“ den allerhöchsten Fokus auf die Bindung ihrer Mitarbeiter zu legen. Heinzelmann gab wertvolle Tipps, wie sich die E-Handwerksbetriebe im Wettbewerb um Fach- und Nachwuchskräfte als attraktive Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe positionieren. Die Unternehmer diskutierten konstruktiv, wie ihre Mitarbeiter engagierte „Fans“ ihrer Betriebe werden können.

Digitalisierung und Strategie mit Profis aus dem E-Handwerk
Ebenfalls im März fanden die beiden Fachveranstaltungen zur Digitaloffensive statt. Corinna Szabo und Ulrich Heckner von der bayrischen Unternehmensberatung Heckner stellten in Karlsruhe und Bad Waldsee verschiedene Handlungsfelder für E-Handwerksbetriebe vor. Beide verdeutlichten, dass aufgrund der dynamischen Marktentwicklungen rund um die Digitalisierung wesentliche Veränderungen und somit zukunftsorientierte Entscheidungen in den Unternehmen anstehen. E-Handwerksbetriebe benötigten passende Strategien, um auch mittel- bis langfristig erfolgreich am Markt bestehen zu können, stellten beide Referenten fest und gaben den Teilnehmern praxisbezogene Hilfestellungen.

Branchensoftware als Strategieinstrument
Einen detaillierten Einblick in die betrieblichen Prozesse seines Unternehmens gewährte Wolfgang Metzger. Der Geschäftsführer des Innungsfachbetriebs Metzger Elektrotechnik GmbH in Freiberg am Neckar zeigte am Beispiel seiner eingeführten Branchensoftware die Vorteile der Digitalisierung für die betrieblichen Organisationsprozesse auf. Metzger, der auch schon beim Unternehmerforum einen engagierten Vortrag dazu hielt, schilderte den betrieblichen Umstellungsprozess auf die neue Software, ging aber auch auf technische Details sowie Schnittstellen fachkundig ein. Intensiv diskutiert wurde von den Teilnehmern der Einsatz der modernen Instrumente für das Baustellen- und Projektmanagement.

Erfahrungsaustausch unter „Kollegen“ kommt hervorragend an
In den dreistündigen Fachveranstaltungen, die im Rahmen der Initiative „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“ vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg anteilig gefördert wurden, blieb genügend Raum für Rückfragen und Diskussion. Bestätigt hat sich erneut, dass die Unternehmer vom Austausch untereinander in Kombination mit praxisnahem fachlichen Input profitieren. Da der Fachverband seinen Mitgliedsbetrieben auch weiterhin diese Möglichkeit bieten möchte, sind ab dem Sommer Erfahrungsaustausch (ERFA-) Gruppen geplant.

Ziel: Fachkundiger Austausch unter Gleichgesinnten
Die in den Fachveranstaltungen aufgegriffenen Fragestellungen und Lösungsansätze sollen dort vertieft und um weitere Themen ergänzt werden. Eine praxisnahe Begleitung durch externe Moderatoren unter Beteiligung des Fachverbands ist vorgesehen. In einer ERFA-Gruppe sollen möglichst ähnlich strukturierte E-Handwerksbetriebe voneinander profitieren und ihren betriebswirtschaftlich-strategischen Horizont erweitern. Betriebe, die an einer ERFA-Gruppe teilnehmen möchten, erhalten gerne weitere Informationen von der Geschäftsstelle des Fachverbandes.

Sie möchten Mitglied werden? Schreiben Sie uns: info(at)fv-eit-bw.de oder rufen Sie uns an: 0711/95590666