Positionen

Positionen des Fachverbandes

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg positioniert sich in unterschiedlichen Themen wie Bildung, Energieeffizienz u.v.m. Über das Leitbild, die eine Basis der Verbandsarbeit darstellt, agiert der Fachverband als Interessensvertreter des baden-württembergischen Elektrohandwerks für die Innungen sowie deren Mitgliedsunternehmen. In den nachfolgenden Punkten hat der Fachverband seine Position bezogen bzw. an deren Ausarbeitung aktiv mitgewirkt. 

 

FV-Position: Berufliche Beschulung vom 3. Juli 2013

Im baden-württembergischen Elektro- und Informationstechniker-Handwerk erbringen mehr als 90 Prozent der Ausbildungsleistung Innungsfachbetriebe. Aktuelle gesellschaftliche Tendenzen, wie der demografische Wandel und eine zunehmende Akademisierung, führen dazu, dass Betriebe Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Sparmaßnahmen des Landes könnten zu Lehrerstellenabbau und Schließungen von Berufsschulklassen führen. Die Bedeutung der Ausbildungs- und wohnortnahen beruflichen Beschulung wird betont, insbesondere in ländlichen Regionen. Es wird empfohlen, die duale Ausbildung ab dem ersten Lehrjahr in Ballungs- und Wirtschaftszentren wieder einzuführen, um im Wettbewerb um Auszubildende besser zu bestehen. Die 1BFE (Einjährige Berufsfachschule) spielt eine wichtige Rolle in Regionen, in denen sie die duale Ausbildung nicht vollständig ersetzen kann.

FV-Position: Zukunft Gymnasien (G8/G9) vom 4. Juli 2014

Der Großteil der Auszubildenden im baden-württembergischen Elektro- und Informationstechniker-Handwerk wird in Innungsfachbetrieben ausgebildet. Die Fachorganisation strebt trotz demografischer Herausforderungen eine Steigerung der Auszubildendenzahl an, um den Bedarf an qualifiziertem Fachkräftenachwuchs für die Energiewende und die Technologisierung zu decken. Die Landesregierung hält am G8-Abitur fest, obwohl es politisch umstritten ist, und es gibt Diskussionen über die Wiedereinführung des G9-Abiturs. Der Fachverband unterstützt die Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 am Gymnasium und begrüßt Modellversuche für das G9-Abitur, besonders für Schülerinnen und Schüler, die nicht automatisch einen Universitätszugang haben. Kosteneffiziente Investitionen sollten in die Erweiterung des Schulangebots für G9-Gymnasien erfolgen, um die Auswahlmöglichkeiten zu begrenzen und den gewünschten Schulplatz zugänglich zu machen.

FV-Position: Keine Stufenausbildung im E-Handwerk von November 2015

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg lehnt die Einführung einer Stufenausbildung im Elektrohandwerk ab. Die steigenden Anforderungen an Betriebe und der Fachkräftemangel haben zu Überlegungen einer zweijährigen Ausbildung für "Elektroniker Light" geführt. Der Fachverband argumentiert dagegen, dass dies langfristig zu einer Vernachlässigung der regulären Ausbildung führen könnte, die Qualität und Attraktivität der bestehenden Berufe verringern würde. Zudem betont er die vielfältigen Anforderungen und den Bedarf an selbständigen Allroundern in kleinen Elektrohandwerksunternehmen. Die fachliche Qualifikation einer Elektrofachkraft könne durch eine verkürzte Ausbildung nicht ausreichend vermittelt werden, und es würden potenzielle Probleme bei der tariflichen Eingruppierung entstehen. Zusammenfassend spricht sich der Fachverband gegen die Stufenausbildung aus, da sie den hohen Anforderungen des Elektrohandwerks nicht gerecht werden könne.

FV-Position: Energiepolitische Entwicklungen - Photovoltaik vom 15. November 2022

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg bekennt sich zu den energiepolitischen Zielen auf Bundes- und Landesebene, insbesondere zur Steigerung des regenerativ erzeugten Energieanteils. Er betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Umsetzung, unter anderem durch den Abbau bürokratischer Hemmnisse, Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen und Unterstützung beim Fachkräftemangel. Der Verband kritisiert bisherige energiepolitische Entscheidungen, die zu Schwierigkeiten in der Elektrohandwerksbranche führten. Trotzdem hat das E-Handwerk maßgeblich zur Umsetzung der Energiewende beigetragen.

Die aktuellen Herausforderungen beim Ausbau der Photovoltaik werden diskutiert, insbesondere in Bezug auf die politische und wirtschaftliche Vorgeschichte. Der Fachverband hebt die Bedeutung einer dezentralen Wertschöpfung und eines konstruktiven Dialogs zwischen verschiedenen Akteuren hervor. Es wird betont, dass politischer Aktionismus vermieden werden sollte, um nachhaltige Erfolge in der Energiepolitik zu erzielen.

Des Weiteren wird auf die Rolle des E-Handwerks in der Energiewende eingegangen, die Schaffung von Ausbildungskapazitäten betont, und auf die Bedeutung fairer Wettbewerbsbedingungen im E-Handwerk hingewiesen. Die Verfügbarkeit von Materialien und Bauteilen sowie die Sicherheit bei der Installation von Photovoltaikanlagen werden als kritisch betrachtet. Der Fachverband warnt vor selbstgebauten Photovoltaik-Anlagen durch Laien und betont die Notwendigkeit von qualifizierten Fachkräften in der Elektrobranche.

Handwerk BW-Position: Energie von Oktober 2023

Der Fachverband hat an dieser Position als Vorstand sowie als Beiratsmitglied aktiv mitgewirkt und steht vollinhaltlich dahinter. 

FV-Position: Berufliche Chancen und Perspektiven im E-Handwerk vom 11.Januar 2024

Das E-Handwerk entwickelt sich durch energieeffiziente, digitale Lösungen und gewerkeübergreifende Planung zu einem zukunftsweisenden Bereich. Der steigende Bedarf an Fachkräften steht dem demografischen Wandel gegenüber. Die Branche bietet attraktive Perspektiven, insbesondere im Klimaschutz und der Nutzung erneuerbarer Energien. Junge Menschen mit technischem Interesse finden vielfältige Ausbildungswege, z.B. als "Energiemanager/in" oder "Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration". Auch in Büroumgebungen sind Kommunikationsgeschick und technische Kompetenz gefragt. Das E-Handwerk bietet diverse Karrierewege, von Fachkraft bis zu Leitungspositionen oder Selbständigkeit.

FV-Position: Klimaschutz - E-Handwerk - Kurzqualifikationen vom 11. Januar 2024

Aufgrund des verstärkten Klimaschutzinteresses sind hohe Anforderungen an das Elektro- und Informationstechnikerhandwerk (E-Handwerk) gestellt, insbesondere im Ausbau erneuerbarer Energien. Die Landes- und Bundesregierung setzen ehrgeizige Ausbauziele, doch der demografische Wandel und Qualitätsprobleme bei externen Anbietern erschweren die Umsetzung. Warnungen vor unqualifizierten "Solarteuren" und Sicherheitsproblemen werden ausgesprochen. Kurzqualifikationen für Montagehelfer im Bereich Photovoltaik sind auf dem Vormarsch, jedoch wird betont, dass diese nur unter Aufsicht einer Elektrofachkraft agieren dürfen. Die Qualifikation und Sicherheit von Elektrofachkräften bleibt entscheidend, um Gefährdungen zu vermeiden. Der Fachverband betont die Notwendigkeit einer genauen Prüfung der Qualifikationen im Kontext der Energiewende.

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